Weihnachtsbrief 2008

 


Paul Gaugin: Weihnachten (1894)

  

Sternenkorn

Harald Apel

Die Zeit für einen Augenblick wird still.

Es läuten einen nahen Traum die Glocken,

der sich auf jede Seele senken will,

der Weltenlauf kommt jetzt zum Stocken.

Sie kehren heim vom weiten Feld

in eine stille warme Mitte.

Sie kommen aus der großen Welt

mit ihrer kleinen Bitte.

Sie kommen um es selbst zu fassen

und beten zu Ihm aus der Tiefe:

„Hilf das Verlieren zu verlassen,

nicht dass ins Nichts das Leben liefe.“

Doch nicht, was dröhnend in die Welt gestellt,

kein Schwert zum großen Endgericht,

kein Zeichen, das vom Himmel fällt,

gibt Gott dem Mensch ins Angesicht.

In einen Stall, er dich jetzt führt,

und in Erbärmlichkeit er weckt,

was deine Seele sanft berührt,

was Ewiges in dir versteckt.


 

Termine zu Weihnachten und zur Jahreswende

Termine im Advent, zu Weihnachten und zur Jahreswende

Sonntag 14.12. 10 Uhr 3. Advent: Gottesdienst im Pfarrhaus

Mittwoch 17.12. 19.30 Uhr Lesung mit Pfarrer Pfeiler

Donnerstag 18.12. 15 Uhr Kinderprogramm im Betreuten Wohnen

Sonntag 21.12. 10 Uhr 4. Advent: Gottesdienst mit Abendmahl

Sonntag 21.12. 17 Uhr Orgelmusik: Emil Handke, Barth

Mittwoch 24.12. 17 Uhr Heilig Abend: Christvesper (Krippenspiel)

Donnerstag 25.12. 10 Uhr 1. Weihnachtsfeiertag: Gottesdienst

Freitag 26.12. 11 Uhr 2. Weihnachtsfeiertag: Andacht und Essen

Sonntag 28.12. 10 Uhr 1. Sonntag nach Weihnachten: Gottesdienst

Mittwoch 31.12. 17 Uhr Altjahresabend: Andacht

Donnerstag 01.01. 17 Uhr Orgelmusik: Siegfried Ruch, Eberswalde

Sonntag 04.01. 10 Uhr 2. Sonntag nach Weihnachten: Gottesdienst

Am Heiligabend und am Silvestertag in der Kirche, sonst im Pfarrhaus und im Lesecafé. Weihnachtschorproben ab dem 2. Advent nach den Gottesdiensten.


  
Brot für die Welt

Die Kollekte am Heiligabend ist bestimmt für die Aktion „Brot für die Welt“ der Evangelischen Kirchen in Deutschland.

Menschen in Not sind auf Ihre Hilfe angewiesen, beteiligen Sie sich bitte an dieser Sammlung!

 

Wir danken allen, die uns in diesem Jahr geholfen haben. Sei es mit tatkräftiger Hilfe, mit Kompetenz, mit Spenden oder Kirchgeld. Was durch Ihren Einsatz möglich wurde, sehen Sie an der Kirche, in der Gemeinde und in unseren Projekten. Es bewegt sich etwas, wo man bereit ist seinen Teil zu leisten.

Auch durch Ihren Einsatz haben wir die Rollstuhlrampe und die Außensanierung der Kirche endlich abschließen können, die Esel-Initiative wurde unterstützt, 27 Konzerte waren in der Kirche zu erleben, Kindern werden Werte in Christlehre und Konfirmandenunterricht vermittelt und das Lesecafé und der EINE-WELT-LADEN sind besondere Orte in Zingst. Dies und vieles mehr wurde durch Ihre Mithilfe möglich und sie sehen: Es bewegt sich etwas, wenn man bereit ist, sich einzubringen. Vielen Dank!

 
 
Die große Weihnachtswasserflut

von Hedwig-Dorothea Affeldt

In meinen Kindheitserinnerungen war für mich und meine sechs Geschwister das Weihnachtsfest ganz besonders schön und voller Tradition. Es gab große Geheimnisse, man hat gebastelt, Handarbeiten gemacht und Wunschzettel geschrieben. Die Mutter dichtete ein Krippenspiel, dies wurde vorher eingeübt, was durchaus keine Freude war. Mit dem Familienorchester und dem Familienchor wurde ebenfalls hart geprobt.

Der Heiligabend, von welchem ich erzählen will, war nun endlich da und die Spannung bei uns Kinder riesig groß. Traditionsgemäß musste man sich die Freude aber erst hart verdienen durch viele Aktivitäten, die die Bescherung lange hinauszögerten. Es begann mit dem Kirchgang von Vater mit seinen sieben Kindern, dann zu Haus die Darbietungen: das Krippenspiel, die Musik mit dem Familienorchester und dem Familienchor... Die Zuhörer waren Vater und die Großmutter.

Schließlich erklang ein Glöckchen, die Schiebetür vom Esszimmer wurde geöffnet, der große Weihnachtsbaum, der mit seiner Spitze bis an die Decke reichte, Vaters Aufbau mit Puppenhaus und Park und seinem neu gefertigten Springbrunnen, alles erstrahlte in Lichterglanz... Jeder fand seine Geschenke, leuchtende Kinderaugen und vergnügte Eltern rundetet das fröhliche Bild ab.

Da Vaters Bastelei auch manchmal Fehler hatte, wurde die Weihnacht eine feucht fröhliche. Ein Schlauch, der den Springbrunnen mit Wasser versorgte, hatte sich gelöst. Alle - Eltern, Großeltern und Kinder - mussten nun mit Eimern und Scheuerlappen die Wasserflut bekämpfen. Man sollte es nicht glauben, aber es wurde zu einem großen Spaß.

Es wurde gerannt, geschubst, Wasser verschüttet, sich gegenseitig nass gespritzt und die Wassereimer wurden in den Garten entleert. Doch selbst der größte Spaß hat ja auch mal ein Ende! Das Weihnachtszimmer war wieder trocken, der fröhliche Krach der Kinder verstummt, alle hatten wieder trockene Sachen und der Weihnachtsabend konnte traditionsgemäß weiter gefeiert werden.

Gott sei Dank gehörte die Wasserflut nicht weiterhin zur Weihnachtstradition.

Hedwig-Dorothea Affeldt