Weihnachtsbrief 2007

 



"
Christi Geburt" auf dem Isenheimer Altar von Mathis Gothart Grünewald (1512-16)

  

Sternenkorn

Harald Apel

Da ist ein großer

blauer Acker über uns.

Das Sternenkorn ist ausgesät

in uns hinein

und an den fernen Himmel.


Wann wachsen Blumen aus dem Blau der Nacht?

Mag sein,

dass sie zur andern Seite hin erblüh´n.

und wir als Korn tief auf der Erde ruh´n.


Es zeigen uns die Sterne,

wo aller Dunkel Durchbruch ist,

um das Dahinter zu ersehnen,

um aufzusteigen

bis zum ersten Schöpfungstag.


 

Termine zu Weihnachten und zur Jahreswende

Sonntag, 09.12., um 10 Uhr - 2. Advent:
Familien-Gottesdienst, anschießend Weihnachtsbasteln und Essen

Mittwoch, 12.12., um 15 Uhr - Adventsnachmittag im Lesecafé

Sonntag, 16.12., um 10 Uhr - 3. Advent:
Abendmahls-Gottesdienst

Mittwoch, 19.12., um 19.30 Uhr - Der besondere Film im Pfarrhaus

Sonntag, 23.12., um 17 Uhr - 4. Advent:
Andacht und Orgelmusik in der Kirche
(Pfarrer Apel, Zingst I KMD Emil Handke, Barth )

Montag, 24.12., um 17 Uhr - Heiligabend:
Christvesper mit dem Krippen
spiel in der Kirche

Dienstag, 25.12., um 10 Uhr - 1. Weihnachtsfeiertag:
Gottesdienst

Mittwoch, 26.12., um 11 Uhr - 2. Weihnachtsfeiertag:
Andacht und Weihnachtsessen im Lesecafé

Sonntag, 30.12., um 10 Uhr - 1. Sonntag nach Weihnachten:
Gottesdienst

Montag. 31.12., um 17 Uhr - Altjahresabend:
Andacht in der Kirche

Dienstag, 01.01., um 17 Uhr - Orgelkonzert am Neujahrstag
mit Siegfried Ruch, Eberswalde

Sonntag, 06.01., um 10 Uhr - Epiphanias:
Gottesdienst

Weihnachtschor mit Herr Reu ab dem 2. Advent nach den Gottesdiensten.

  
Brot für die Welt

Die Kollekte am Heiligabend ist bestimmt für die Aktion „Brot für die Welt“ der Evangelischen Kirchen in Deutschland.

Menschen in Not sind auf Ihre Hilfe angewiesen, beteiligen Sie sich bitte an dieser Sammlung!

 

Wir danken allen,
die uns in diesem Jahr geholfen haben. Sei es mit tatkräftiger Hilfe, mit Kompetenz, mit Spenden oder Kirchgeld.
Was durch Ihren Einsatz möglich wurde, sehen Sie an der Kirche, in der Gemeinde und in unseren Projekten. Es bewegt sich etwas, wo man bereit ist seinen Teil zu leisten. Vielen Dank!

 
 
Jahreslosung 2008

„Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben.“
(Joh. 14,19)

Was ist das wahre Leben? Dieser Satz ist kaum ohne seufzen zu sprechen, denn Vorstellungen gibt es so viele.

Was Bedeutendes werden. - Im Geld schwimmen. - Ein festes Ziel vor den Augen haben. - Die Welt ein Stück besser machen. - Es zu etwas bringen. - Oder nur einfach seine Pflicht tun.

Mir fällt zuerst auf, dass wir meinen, das wahre Leben wäre ein Ware. Wir wollen unsere gegenwärtige Zeit gegen eine bessere zukünftige einkaufen. Jetzt halten wir noch durch, aber irgendwann später beginnt das richtige Leben. Was uns in der Gegenwart vielleicht am meisten fehlt, ist, dass wir auch in der Gegenwart leben. Es gibt so viele kleine Lichtblicke im Alltäglichen und an uns ist es sie wahrzunehmen. Wir fühlen uns dabei oft Zwängen ausgesetzt, die wir uns aber selbst auferlegt haben. Für den Augenblick eines tiefen Einatmens haben wir keine Zeit. Den Moment, in dem uns unser Kind eine große Entdeckung etwas umständlich erklären will, verschieben wir auf später und er ist damit für immer verloren. Natürlich fahren wir auf der Autobahn anstatt auf der Landstrasse, weil wir dafür Zeit gewinnen. Wir schauen das Leben aus zweiter Hand im Fernsehen, anstatt den Abend am Strand zu erleben. Wir wollen das JETZT immer schnell verlassen, um Zeit für das DANACH zu haben und merken es gar nicht mehr, wenn das DANACH schon wieder zum JETZT geworden ist. Später wollen wir leben, wenn dafür Zeit ist. Wir machen so vieles eilig in unserer Zeit und dabei verliert sie das Heilige. Ein Augenblick erhält oft erst dann seine ganze Größe, wenn er ebend nicht flüchtig wahrgenommen wird, wenn man ihn sozusagen mit allen Sinnen berührt. Natürlich geht das nicht immer, aber viel zu wenig nutzen wir die Chancen, die wir dazu haben. Unsere Zeit ist dann vom Ticken der Uhr bestimmt, anstatt von dem, was unser Herz berühren möchte.

Nie hören wir in den Evangelien, dass Jesus sagt: Dafür ist jetzt keine Zeit, vielmehr spricht er davon, dass die Zeit erfüllt ist. Es gibt nicht noch schnell etwas ganz Wichtiges zu tun. Er lässt sich von allem und von allen anrühren, die ihm begegnen. Selbst als ihm offenbar wird, dass seine Zeit, sein Leben bald zu Ende ist, bricht er nicht in Panik aus, sondern er legt sein Leben in Gottes Hand. Er läuft dem Tod nicht davon, sondern erwartet Gott. Und vielleicht ist es das, was die Brücke zwischen dem irdischen Sein und Nichtsein schlägt, nämlich in allem Gott zu erwarten. Vielleicht heißt Leben vielmehr staunen, als die letzte Antwort zu bekommen, vielmehr lassen, als haben zu wollen, vielmehr träumen, als funktionieren. Anstatt unser Leben als eine Ware von Zeit gewinnbringend zu verkaufen, sollten wir es als Geschenk Gottes staunend, gelassen und träumend entdecken. Jedenfalls sollte öfter einmal Zeit dafür sein.

Ein weniger eiliges als vielmehr heiliges Jahr 2008 wünscht Ihnen

Pfarrer H. Apel und Ihre Kirchengemeinde