Gemeindebrief für November und Dezember 2006

  

“Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude
aus den Quellen des Heils” (Jesaja 12,3)

von Gisela Nagel

“Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir Herr, dass du bist zornig gewesen über mich und dein Zorn sich gewendet hat und du mich tröstest. Siehe GOTT ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn GOTT der Herr ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.”(Jesaja 12,1-2)

Sicher haben wir alle ein gehöriges Bündel an Sorgen, Problemen und Kümmernissen mit uns herumzuschleppen. Manch einer wird schon mit einem Rucksack voller Ballast geboren in Form von ererbten physischen und psychischen Konstellationen.

Wenn du dir dessen bewusst wirst, kannst du versuchen, daran zu arbeiten. Du kannst vielleicht eine innere Inventur machen. Und möglicherweise wirst du dabei feststellen, dass alles gar nicht so traurig ist, wie es manchmal scheint. Du wirst feststellen, dass du neben manchem schwierigen Ballast auch eine Menge Gutes mit auf den Weg bekommen hast. Denn schließlich sind wir alle Geschöpfe GOTTES, und somit wird uns keine untragbare Bürde zugemutet. Aber uns wird zugemutet, und es ist unsere Pflicht in unserem Erdendasein, an uns zu arbeiten, uns ständig weiter zu entwickeln, um zu einer gewissen Vervollkommnung zu gelangen... Und so kannst du ganz sicher dein Bündel immer mal wieder erleichtern und alte Probleme hinter dir lassen. Voll Freude wirst du feststellen, dass sich manches für dich erledigt hat, von dem du lange geglaubt hast, dieses Problem gehöre zu deinem Leben. Du “wirst Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils”, wenn du die Quellen suchst.

Sicher ist das nicht immer leicht. Quellen findest du nicht einfach so am Wegesrand, Quellen sprudeln meist im Verborgenen, im Dickicht eines fast undurchdringlichen Waldes, in felsigen, oft ungastlichen Regionen, wo du auf deiner Suche allein bist, denn deine Quelle, aus der du “voll Freude Wasser schöpfen wirst”, kannst du nur allein finden. Nein, das ist nicht ganz richtig. Allein musst du dich nicht auf die Suche begeben. Wenn du in ehrlicher, demütiger Hinwendung zu GOTT, dem Schöpfer und Bewahrer, um Seine Hilfe bittest, wirst du die nötige Energie, Ausdauer und Gelassenheit haben, dein Leben zu meistern, deine sprudelnde Quelle zu finden, zu pflegen und wirst dich laben können.

Manchmal jedoch magst du fast verzweifeln, wenn Sorgen und Probleme, welcher Art auch immer, dein Bündel immer wieder neu zu einer fast untragbaren Last werden lassen. Unter dieser Last wird dir das Suchen nach der “Heilquelle” nahezu unmöglich und du resignierst fast. Dein Bündel drückt dich gar zu sehr. Dann mag es dir scheinen, GOTT sei zornig auf dich, und vielleicht suchst du nach Gründen, marterst dich mit Selbstvorwürfen, gräbst uralte Fehler, die du in deinem Leben gemacht hast, aus, und meinst unwürdig für göttliche Zuwendung zu sein. Das ist aber wohl der größte Fehler, den du begehen kannst. So gewaltig waren deine Verfehlungen nicht, dass du nicht Vergebung erfahren könntest, wenn du sie dir und GOTT nur ehrlichen Herzens bekennst. Und dann kannst du sie vergessen, ins Meer werfen oder auf einer Wolke davon segeln lassen.

GOTT ist nicht zornig auf dich, auf keinen von uns, denn GOTT ist LIEBE, und ist Lebensenergie, die Er für jeden von uns bereithält in Form Seiner sprudelden Quellen. Aber Er liefert sie nicht frei Haus, du musst sie täglich neu suchen, finden und pflegen, trotz vieler Schwierigkeiten, denn nur bestandene Prüfungen lassen uns wachsen.

 

Die südliche Dachhälfte an der Kirche muss neu mit Schiefer gedeckt werden:
Firma Liess (Barth) wird die Arbeiten bis Ende Dezember abgeschlossen haben.

  

Warum gerade ich?

von Dr. Hedwig -Dorothea Affeldt

Kam ich, im Alter von 13 bis 14 Jahren, müde und abgekämpft aus der Schule, so rief meine Mutter: „Wie schön, dass du da bist, bitte hilf mir, ich habe einige Arbeiten für dich!“

„Mutter, warum gerade ich! Ich habe ja noch zwei Schwestern!“ „Aber dir vertraue ich mehr, du schaffst das ganz bestimmt.“

Wie oft habe ich in meinem langen Leben das gehört: „Warum gerade ich?“ Schwere Schicksalsschläge, sei es durch eine schwere Krankheit, den Tod eines geliebten Menschen, Existenzverlust, Arbeitslosigkeit, Armut und anderes mehr - es kann jeden von uns treffen, wie können wir damit umgehen?

Welchen Trost haben wir für die Betroffenen oder auch für uns selbst?

Immer wieder spricht Christus im Neuen Testament:

„Dein Glaube hat dir geholfen!“

Gilt das auch für uns, wenn wir so verzweifelt sind?

Wenn meine Mutter zu mir sagte: „Ich vertraue dir, du schaffst das.“, hatte ich das Gefühl, plötzlich mehr Kraft zu haben. So glaube ich ganz fest, dass Gott uns vertraut, wenn wir fest an ihn und seine Hilfe glauben.

Wenn unsere Kraft nicht ausreicht, stärkt er diese, wenn wir ihn darum bitten und ihm vertrauen.

Durch dieses wechselseitige Vertrauen wird auch unser Glaube stark und so wird es heißen: „Gerade du!“ als Antwort auf unsere Frage: „Warum gerade ich?“

 

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Das Ende eines Rätsels

von Harald Apel

Lange waren sie Rätsel und Ärgernis in der Peter-Pauls-Kirche in Zingst, einige dunkle und unansehliche Wasserflecken. Viele Experten hatten ihre Vermutungen über die Herkunft und die Behandlung jener geheimnisvollen Gebilde angestellt.

Aber statt Hypothesen auf- und Gutachten anzustellen, sagte sich Malermeister Mehte aus Zingst ganz praxisorientiert: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Mit fachmännischem Blick und dem Wissen, was in solchen Fällen wirksam hilft, bestellte Meister Mehte die gegenwärtigen Farbwundermittel, klingelte morgens um halb acht beim Pfarrer nach dem Kirchen-schlüssel und ging trotz Ruhestand´s frisch ans Werk. Auch wenn abends manchmal die nicht mehr ganz jungen Knochen von der Arbeit schmerzten, das Ergebnis ist nicht nur das Ende eines Rätsels, sondern auch ein leuchtender Beweis dafür, dass sich kirchliche Probleme gelegentlich auch ganz profan lösen lassen.

 

Brief aus Ruanda

von Susanne Ziehank-Lipke

Die Kirchengemeinde hat im Rahmen des Projektes Ruanda (siehe Ausstellung in der Kirche) eine Patenschaft für das 17-jährige Mädchen Brigitte Mukamazimpaka übernommen. Brigitte hat sich jetzt mit einem kurzen Brief persönlich bei uns gemeldet:

Liebe Paten,
Wie geht es Euch? Ich habe mich gefreut, ein „Elternteil“ zu finden, das mir helfen kann. Wie geht es Euch in Deutschland? Bei uns - uns geht es gut. Ich lebe bei meiner Tante mit meinen Cousins und Cousinen: Etienne, Inès, Noëla, Bonheur, Garçon. Ich erwarte neugierig Euren Brief, der mir von Euch erzählt. Grüßt alle, der Friede Gottes sei mit Euch. Brigitte.

Die Kirchengemeinde möchte über Helfer in Ruanda Brigitte ein kleines Geld-Geschenk zu Weihnachten zukommen lassen, damit sie sich selbst etwas aussuchen kann. Die Sammlung im Gottesdienst am Ewigkeitssonntag ist dazu bestimmt. Wenn sie sich beteiligen möchten, können sie sich auch bei Frau Bomball im Büro melden.

 
 
Geburtstage im November und Dezember 2006

Jutta Bänsch * Anneliese Blunk * Liesel Bruse

Christa Dörendahl * Christel Gatz * Lotte Geißler

Christel Heinrich * Vera Hoffmann * Horst Just

Anna Krüger * Else Lingnau * Ilse Lingrön

Emma Markus * Gerd Moser * Heinz Otholt

Christel Petschaelis * Marie–Luise Pfeiler * Anneliese Raase

Walter Sadewasser * Elka Sangl * Erika Spindler

Gertraud Teufert * Helga Wendt * Erhardt Zornow

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!