Gemeindebrief für November und Dezember 2003

 

GOTT spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen,
jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?
Ich mache einen Weg in der Wüste
und Wasserströme in der Einöde
.
Jesaja 43,19

von Gisela Nagel

Nein, nein, ich will jetzt wahrlich nicht über die Reformen unserer Regierung sprechen; das überlasse ich lieber denen, die meinen, mehr davon zu verstehen......

Ich will auch nicht über gewisse Endzeitszenarien schreiben, die es ja auch recht zahlreich gibt, und nach deren Überzeugung nur die einzig richtig Glaubenden überleben werden. Wobei natürlich verschiedene Glaubensgruppen mit verschiedenen Glaubenssätzen sich für die einzig wahren und Richtigen halten.

Und dennoch möchte ich über Neues schreiben. Über Neues, das wir Menschen, wir einfachen, kleinen, oft scheinbar unscheinbaren Menschen schaffen können, wenn wir es nur zulassen, uns von GOTT, sprich: unserem Gewissen oder unserem Herzen oder der Liebe oder unserem unverblendeten Verstand, leiten lassen. Wenn wir nicht in den vielstimmigen mit Dissonanzen gespickten Klagechor einstimmen, sondern uns auf GOTTES Zusage verlassen, dass es möglich ist, das Wüste in uns und um uns begehbar zu machen und zu kultivieren.

Ja, ich glaube, dass wir nicht auf irgendwen oder irgendwas warten sollten. Am wenigsten auf den starken Mann, der endlich mit allem aufräumt. Der würde auch wieder nur seine Machtgelüste befriedigen wollen. Und so befremdend es klingen mag, ich glaube, auch auf GOTT müssen wir nicht warten...... Weil er nämlich ständig gegenwärtig ist. Weil er uns seit unserem Bestehen als Menschen mit allem ausgerüstet hat, was wir zum Leben und Überleben benötigen. Wir vergessen das nur allzu leicht. Wir haben alle guten Anlagen in uns, die uns und anderen ein glückliches Leben möglich machen. Natürlich haben wir auch alle ein paar andere Anlagen, die uns das Leben oft so beschwerlich machen. Für alles Gute gibt es auch negative Pendants. Der Liebe stehen Hass, Gleichgültigkeit, Egoismus entgegen, der Freundlichkeit Argwohn, Missgunst, Missmut, Nörgelei, der Freude sorgenvolles Grübeln, der Toleranz Eigensinn, Sturheit, Rechthaberei......

Wir haben uns eigentlich nur zu entscheiden, was von dem, was in uns ist, wir kultivieren wollen, welche Saat wir zum Aufwachsen bringen wollen. Das Positive geht meist nicht von allein. Allein und besonders ausdauernd wächst in jedem Garten das Unkraut, das leicht das Erwünschte überwuchert und verkümmern lässt

Kürzlich las ich einen wunderbaren, total einfachen Spruch: "Lächle die Welt an, vielleicht lächelt sie ja zurück". Das Lächeln in unserem Alltag wäre doch ein schöner "Wasserstrom" in der Wüste....., oder?

 


 
Sankt Martin als "Bassenheimer Reiter". Diese berühmte mittelalterliche Sandsteinplastik des "Naumburger Meisters" hat seit ihrer Entstehung einen bewegten Weg hinter sich:
Im 13. Jahrhundert für den Lettner des Mainzer Doms geschaffen, wanderte sie nach Abriss des Lettners im Jahre 1683 nach Franken, um dort in der vom Mainzer Domherren Casimir Waldbott von Bassenheim um 1720 erbaute barocke Pfarrkirche zu Bassenheim Platz zu finden; und nach derer Abriss gelangte sie dann schließlich im Jahre 1899 zum Seitenaltar der neuen Bassenheimer Pfarrkirche St. Martin.

 


Lampionumzug zum Martinstag in Zingst

von Harald Apel

"Martin, Martin komm aus deinem Gänsestall, Zank und Streit ist überall. Keiner will mehr richtig teilen, du musst uns zur Hilfe eilen!"

Mit diesem Ruf werden Kinder in Zingst am Samstag, dem 15.11.2003, in die Geschichte des heiligen Martin aufbrechen. Was es mit den Gänsen und dem zerteilten Mantel auf sich hat, werden sie auf ihrem Weg in die Vergangenheit entdecken. Treffpunkt für alle kleinen und großen Zeitreisenden ist die Peter-Pauls-Kirche. Um17.00 Uhr wird ein Bote aus längst vergangener Zeit erscheinen. Wer sich also mit seinem Lampion ein bißchen Licht in eine alte Geschichte bringen will, der ist dazu herzlich eingeladen.

Der später als heilig verehrte Martin wurde 316 als Sohn heidnischer Eltern in Sabaria (heutiges Ungarn) geboren. Mit 15 Jahren wird er Soldat in einer römischen Reiterabteilung in Gallien. Im Winter des Jahres 334 soll jene zur Legende gewachsene Begegnung mit dem Bettler stattgefunden haben. Zum besseren Verständnis der Mantelteilung ist zu wissen, dass Mäntel früher mehrere Meter lange Umhänge waren.

Nach der Begegnung mit dem Bettler quittiert Martin den Militärdienst. Er lässt sich taufen und lebt sowohl als Missionar als auch als Einsiedler in Italien. Im Jahre 371 wird Martin zum Bischof von Tours gewählt. In diesem Amt zeichnet er sich besonders durch seine bleibende Bescheidenheit aus. Am 11.11. 397 stirbt Martin von Tours auf einer Visitationsreise im Alter von 81 Jahren.

Seine große Beliebtheit ist sicher auf seine demütige und einfache Lebensweise zurückzuführen. Von daher ist die Verehrung des Martin sicher auch ein Erinnern, dass unserer Zeit und unseren Kinder gut tut.

 
"Kinderhilfe Mazimpaka" Ruanda

von Susanne Ziehank-Lipke

Aufmerksam wurde ich auf dieses Projekt durch eine Fernsehreportage vor einiger Zeit. Man konnte dort von einem Hilfsprojekt erfahren, dessen Namensgeber Thomas Mazimpaka ist, ein Tutsi, der vermutlich nur durch einen Asylaufenthalt in Deutschland den furchtbaren Völkermord in Ruanda 1994 überlebte. 1999 kehrte er in seine Heimat zurück und rief das rein ehrenamtlich arbeitende Hilfsprojekt ins Leben. Enge Zusammenarbeit leistet seitdem die katholische Kirchengemeinde Alfter, die damals einen Arbeitskreis Ruanda gründete und sich mit Geld- und Sachspenden einbringt, die Arbeit koordiniert, unterstützt.

„Kinderhilfe“ - die von Thomas Mazimpaka erbetene Unterstützung kommt Waisenkindern zugute, deren Eltern Opfer der verheerenden Massaker wurden. In ganz Ruanda sollen es Zehntausende sein. Für die meisten dieser Waisenkinder bedeutet die Zukunft Armut, Elend, Aussichtslosigkeit. Das Projekt „Kinderhilfe Mazimpaka“ möchte Waisenkindern im ländlich gelegenen Nkamba mit „Hilfe zur Selbsthilfe“ einen Weg bereiten, der eine bessere Zukunft ermöglicht.

Dies beinhaltet Förderung von Einzelprojekten wie die Gründung einer Nähschule für eine Schneiderausbildung, später finanzielle Einmalhilfe bei einer Existenzgründung, Notfallhilfen z. B. bei drohender Obdachlosigkeit oder Psychotherapie für durch den furcht- baren Krieg traumatisierte Kinder. Auch Kinderpatenschaften, die ganz persönlich gestaltet werden und für das betreffende bedürftige Kind medizinische Versorgung, ausreichende Ernährung, Schul- und Ausbildung bedeuten, gehören zum Programm.

Realisierbar wird dieses Hilfsprojekt natürlich nur durch zumeist finanzielle Unterstützung für Lehrer und Ausbilder, Hausmiete, Inventar, Ernährung, Kleidung, medizinische Fürsorge - für uns ganz selbstverständliche Ausgaben vom eigenen oder staatlichen Etat - für die Waisenkinder Ruandas in keiner Weise!

Deshalb werden immer Menschen gesucht, die durch Spenden, Daueraufträge oder die langfristige Übernahme einer Patenschaft die Arbeit von Thomas Mazimpaka und der Alfter Kirchengemeinde ermöglichen. Ein vierteljährlicher Tätigkeitsbericht informiert über aktuelle Projekte.

Da ich meine, dass wir im vergleichsweise sehr reichen Deutschland eine Mitverantwortung tragen sollten für Menschen in von Not gezeichneten Gebieten, finde ich dies eine unterstützenswerte Möglichkeit, Leid zu mindern.

Näheres können Sie im Faltblatt, das im Gemeinderaum ausliegt, im Internet unter www.kinderhilfe-ruanda.de oder bei mir erfahren.

Spenden können auch auf folgendes Konto eingezahlt werden:

Kinderhilfe Ruanda
Kontonummer: 32 188 095
BLZ: 381 602 20
VR-Bank Bonn eG

 

Geburtstage im November und Dezember 2003

Bruno Ahrens
Anneliese Blunk
Charlotte Borgwardt
Hans-Jürgen Brauer
Liesel Bruse
Herbert Darmer
Ingeborg Dieckmann
Christel Gatz
Lotte Geißler
Elfriede Hecker
Christel Heinrich
Karl-Heinrich Kluge
Gertrud Knaack
Else Lingnau
Ilse Lingrön
Heinz Otholt
Christel Petschaelis
Erika Spindler
Gertraud Teufert
Helga Wendt
Erhardt Zornow

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!