Gemeindebrief für November und Dezember 2002

 

Der Herr ist treu; der wird euch stärken
und bewahren vor dem Argen. (2. Thess 3,3)


von Gisela Nagel

Wieder einmal möchte ich mit einem alten Schlager beginnen, der mir ab und zu durch den Kopf geht: "Ich zähle täglich meine Sorgen, denn ich sorg" mich sehr... Ich glaube, das tun viele von uns. Wir beschäftigen uns sehr oft mit unseren Sorgen und Ängsten. Und oft sind Sorge und Angst ja auch so hinterhältige Empfindungen, dass sie uns einfach anfallen, von hinten, im Dunkeln. Und dann sind wir ihnen erst einmal ausgeliefert, weil sie uns packen und würgen und uns zu ersticken drohen. Wir brauchen eine Weile, ehe wir überhaupt begreifen, was da mit uns geschieht.

Aber dann ist es auch höchste Zeit, den Spieß umzudrehen und den Verstand als machtvolle Waffe gegen das Zerstörerische einzusetzen. Wir schauen der vermeintlichen Gefahr ins "Gesicht" und stellen verwundert fest, dass da gar kein Gesicht ist, dass unsere Angst ziemlich sinnlos und unbegründet ist, wenn wir uns nur nicht von ihr besiegen lassen sondern selbst in die Offensive gehen. Und wie können wir in die Offensive gehen? Im Monatsspruch für den Monat Dezember heißt es im Brief an die Thessalonicher:

"Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Argen."

Wenn es uns also gelingt, fest und unerschütterlich an GOTTES Schutz zu glauben, können wir alle kleinen und großen Ängste vergessen und können uns dem Wesentlichen zuwenden, nämlich einem GOTT gefälligen, Sinn erfüllten Leben. Ich denke aber, dass wir die versprochene Stärke und Bewahrung nicht einfach so frei Haus geliefert bekommen. Vielmehr müssen wir beides erbitten.

Wir müssen sehr genau formulieren, was wir eigentlich erbitten, wofür wir ganz konkret Stärke benötigen, welches Problem wir gerade zu bewältigen haben, wovor wir in einer bestimmten Situation bewahrt werden möchten. Natürlich müssen wir uns dazu erst einmal selber mit uns und unserem Problem auseinandersetzen. Und dann können wir damit vor GOTT treten, und dann können wir uns auch auf Stärkung und Bewahrung verlassen. Dabei ist sicher zu bedenken, dass manches Problem nicht im Handumdrehen zu beseitigen ist, wohl aber die verheerende Angst und das Ohnmachtsgefühl.

Vieles braucht seine Zeit zur Reife, und wir sollen uns ja auch selbst eine ganze Menge bemühen. Wir dürfen nicht die Hände in den Schoß legen und uns auf Hilfe "von oben" verlassen. "Hilf dir selbst, dann hilft dir GOTT", sagt eine Redensart. Und ich bin überzeugt, diese Redensart ist eine sehr kluge. Denn wir sind doch alle nach GOTTES Bild ge?schaschaffen worden. Also haben wir doch alle in uns ein enormes Kraftpotenzial. Sind wir uns dessen immer bewusst? Ich glaube, eher nicht. Aber jeder von uns hat schon Situationen erlebt, wo er plötzlich Enormes leisten oder aushalten konnte. In jedem von uns steckt viel mehr, als wir wahrscheinlich annehmen. Und wenn wir uns das bewusst machen, und dazu noch wissen, dass GOTT uns stärken und bewahren will, wenn wir es denn wollen und erbitten, was soll uns da noch passieren können?

Fangen wir doch lieber einen neuen Schlager an: Ich zähle täglich meine Freuden, meine schönen Minuten, Stunden, meine guten Begegnungen mit freundlichen Menschen...!!!


 


 
 

Der westliche Kirchengiebel wird saniert: lesen Sie dazu eine Erläuterung
des leitenden Architekten Niclas Dünnebacke am Ende des Gemeindebriefs.

 


Informationen aus der Kirchengemeinde

Wir danken allen, die uns helfen, den Müll auf dem
Friedhof zu sortieren und so Kosten zu sparen!


Kindern Zeit Schenken

Die Advents- und Weihnachtszeit ist eigentlich eine ruhige und besinnliche Zeit - eine Zeit, in der man sich im besonderen Maße den Kindern zuwendet

Aber meist ist das Weihnachtsfest der Zielpunkt eines Wettlaufes, den man atemlos erreicht. Einzig zur Feststellung "Im nächsten Jahr wird alles anders!" reicht dann noch die Kraft. Gerade in der Weihnachtszeit unseren Kindern Zeit und Zuwendung zu schenken, mit ihnen und nicht nur für sie das Fest vorzubereiten, möchten wir alle interessierten Eltern und Großeltern zu einem Abend mit dem Thema: "Kindern Zeit schenken" einladen.

Herr Moritz Reinbach vom Theologisch-Pädagogischen Institut wird uns am Mittwoch, dem 27. November 2002, um 20.00 Uhr im Lesecafé mit seinen Erfahrungen zur Seite stehen.

Bald nun ist Weihnachtszeit...

In den Lebensmittelmärkten und Kaufhäusern ist es schon nicht mehr zu übersehen, die schönste Zeit des Jahres steht vor der Tür!

Liebe Leser, verbringen Sie mit uns am 8. Dezember 2002 ab 14 Uhr im Zingster Lesecafé an der Peter-Pauls-Kirche einen besinnlichen Adventssonntag.

Neben leckeren Bratäpfeln, die so herrlich nach Weihnachten riechen, Glühwein für die Großen und einem Weihnachtspunsch für die Kleinen wollen wir uns gemeinsam mit Geschichten und Liedern zum Fest auf die schönste Zeit des Jahres einstimmen.

 


Zum Thema Geld

von Harlad Apel

Wir bedanken uns bei allen, die die Kirchengemeinde bei ihrer Arbeit im zurückliegenden Kirchenjahr unterstützten. Wie an der Kirche zu sehen ist, stehen notwendige Baumaßnahmen an. Ob Kirchgeld oder Spende sind wir auch weiterhin auf Ihre finanzielle Hilfe angewiesen. Manch einer mag jetzt denken, die Kirche hat es gerade nötig, die ist doch so reich, aber wie so oft trügt der Schein. Zum einen bestehen immer noch gewaltige Unterschiede zwischen den Kirchen des Westens und des Ostens und zum anderen sind die Verteilungsverhältnisse in der Kirche nicht für jedermann durchsichtig.

Dies ist für die Kirchengemeinde Zingst im besonderen der Fall. Wer denkt Pachteinnahmen durch die Kurklinik, durch einen Zeltplatz, durch mehrere Parkplätze und Teile des Zingsthofes würden die Kirchengemeinde Zingst reich machen, der irrt leider. Alle diese Grundstücke kommen mit ihren Einnahmen nicht direkt der Kirchengemeinde Zingst zu gute. Es handelt sich hierbei um Ländereien, deren Einnahmen wie man so schön sagt in den "großen Topf" der Pommerschen Kirche kommen. Natürlich möchte ich mit dieser Information nicht in das allgemeine Klagen verfallen, aber um glaubwürdig zu bleiben, scheint es schon wichtig, die Sache mit dem "lieben oder auch bösen Geld" darzustellen.

Letztlich ist das Geld selbst nicht das Übel, sondern das, was Menschen damit tun. Ja, es ist nicht einmal ein Übel reich zu sein, wenn man andere an seinem Reichtum teilhaben lässt. Mit dieser Hoffnung und mit diesem Anspruch ist die Kirchengemeinde Zingst unterwegs.


Sanierung der Zingster Kirche

von Niclas Dünnebacke

Die neugotische Kirche ist in einem Stil erbaut, der mittelalterliche Formen aufgreift. Die Bautechnik des 19. Jahrhunderts war aber schon sehr viel feiner und moderner als die eher grobe der Gotik. Deshalb werden auch Alterungsschäden viel deutlicher sichtbar und müssen saniert werden. Dies ist in den vergangenen 150 Jahren periodisch geschehen, jeweils mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und Kenntnissen.

Jetzt sind die Giebel an der Reihe, speziell deren über das Dach hinaus ragende Partien, die Wind und Wetter ungeschützt ausgesetzt sind. Die sichtbaren Verformungen werden als Zeichen des Alterns hingenommen und nicht rückgängig gemacht.

Als Abschluss des ersten Bauabschnittes ist die Errichtung einer Behindertenrampe in der Diskussion. Sie soll bei aller Funktionalität so wenig wie möglich die harmonische und symmetrische Gestalt der Kirche stören, sondern erst auf den zweiten Blick ein schöner Gegenstand sein.

 

Geburtstage im November und Dezember 2002

Bruno Ahrens
Anneliese Blunk
Charlotte Borgwardt
Hans-Jürgen Brauer
Liesel Bruse
Herbert Darmer
Ingeborg Dieckmann
Christel Gatz
Lotte Geißler
Elfriede Hecker
Christel Heinrich
Karl-Heinrich Kluge
Ruth Kellner
Gertrud Knaack
Else Lingnau
Gerda Lobsch
Heinz Otholt
Christel Petschaelis
Lieschen Rotzoll
Erika Spindler
Gertraud Teufert
Lothar Ukat
Frieda Weidemann
Helga Wendt
Irmgard Wessel
Erhardt Zornow

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!