Gemeindebrief für Oktober und November 2008

 

Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt
und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht
in der Finsternis aufgehen. (Jesaja 58, 10)

von Harald Apel

eine große weite Welt macht oft auch die Probleme groß und weit. In diesem Jahr hat ein sehr unterschiedlicher Hunger die Welt in Atem gehalten. Da war immer wieder von den steigenden Preisen für Lebensmitteln zu hören. Spekulationen und der Anbau von Pflanzen als Energieträger ließen die Preise für Grundnahrungsmittel stark steigen. Was bei uns zu weniger im Portemonnaie führt, ist in südlichen Regionen der Welt ein Kampf ums Überleben. Vielleicht sehen Sie auch jenes Plakat vor sich, auf dem etwas Reis in einer Schüssel mit den Worten kommentiert ist: Weniger ist leer! Während wir Teilchenbeschleuniger bauen, um zu erfahren, was die Welt im Innersten zusammenhält, zerbricht sie, die Welt, andernorts an der schreienden Ungerechtigkeit.

Denn der andere Hunger, an dem die Welt in diesen Tagen krankt, ist ein gefährlicher und zerstörerischer. Der Hunger nach Geld, der besser mit Gier zu beschreiben ist, hat dazu geführt, dass in großen Banken eher einer Spielermentalität als einer soliden Geschäftspolitik nachgegangen wurde. Das große Geld hat manchen Skrupel ganz klein werden lassen. Und nun traut man sich untereinander nicht mehr über den Weg oder besser über die Wall Street.

Die einfache Erkenntnis dieser Krise ist vielleicht, dass Geld allein kein Vertrauen schafft. Die etwas schwierige Einsicht aber wird sein, wie weit der freie Markt mit der Freiheit des Menschen vereinbar ist und ob die Freiheit einiger weniger zur Unfreiheit von sehr vielen führt. Die Freiheit der Investmentbänker hat am Ende alle Steuerzahler in die Pflicht genommen. Auch wenn die Sache mit dem Sozialismus sich als wenig praktikabel erwiesen hat , so würde Karl Marx sicher vor Freude einen Luftsprung machen, wenn er von der Ver-staatlichung einiger Banken in Amerika hören würde. Vielleicht ist jene Bankenkrise eine Zäsur im Denken unserer Zeit. Schon wenn man beide Probleme der Welt in eine Beziehung setzt, merkt man, dass unsere Wirklichkeit in diesen Tagen vom gesunden Menschenverstand her sehr unwirklich und eigentlich auch unbegreiflich geworden ist: Zur Rettung der amerikanischen Investmentbanken sollen 700 Milliar-den Dollar schnell und effizient bereit gestellt werden, ein effektives Welternährungsprogramm würde elf Milliarden Dollar brauchen und lässt immer noch auf sich warten.

Liebe Leser, es ist sicher für uns und für diese Welt an der Zeit das Wort Reichtum mit einem anderen Sinn zu begreifen und manchmal sind die Krisen Anfänge für ein neues Denken. Der Monatsspruch für den November gibt uns dafür Grund und Hoffnung:

Hier heißt es bei Jesaja, Kapitel 58, Vers 10:

„Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen.“

 



Die eingerüstete Spitze des östlichen Kirchengiebels mit dem Wetterhahn.

 

Nachrichten aus der Kirchengemeinde

Nach 10 Jahren haben wir in diesem Jahr eine neue Friedhofs- und Friedhofsgebührenordnung beschlossen. Sie ist als Beigabe in der Oktoberausgabe des Strandboten veröffentlicht. Hier finden Sie auch noch einige Anmerkungen zum Zingster Friedhof. Die neue Ordnung ist ab sofort gültig.

Den Martinstag werden wir in diesem Jahr am 15.11. um 17.00 Uhr feiern.

Ab dem 2. November feiern wir den Gottesdienst wieder im Gemeindehaus.

Im September hat der amtierende Pastor seinen Vorvorgänger mehrmals mit einem Aufnahmegerät und einem Mikrofon besucht. Herausgekommen ist ein Projekt, dass wir “Da war doch iberhaupt bloß Spaß gewesen” genannt haben. Pfarrer Pfeiler hat aus dem Buch “Ibunk auf Gesundheit” Oberschlesische Humoresken gelesen. Diese wurden mit einfachen Mittel aufgenommen und auf CD gebrannt. Drei CDs mit folgenden Titeln werden gegen eine Spende abgegeben:

Nr.1 “Also, da is ihm doch gesunt, dem Enzian.” Nr. 2 “Na Bruderherz, jeze, da wer ich dir aber anstreichen, heute” und Nr. 3 “Oh, du Katz, ferfluchte”.

Bis Weihnachten werden wir zu drei Leseabenden mit Pfarrer einladen, an denen jeweils eine CD vorgestellt wird.

   


Froh zu sein bedarf es wenig

von Hedwig-Dorothea Affeldt

Es gab ein Konzert in dem großen Saal einer geriatrischen Rehaklinik vor sehr alten und behinderten Zuhörern. Ein Künstler, der auf verschiedenen Instrumenten spielte, gab sein Bestes!

Ich war nach einer komplizierten Knieoperation dort gelandet und sehe dankbar und froh, dass Gott mir auf meine Gebete hin so sehr durch diese schwere Zeit geholfen hat!

Als ich mir in diesem Konzert die Gesichter der sehr alten Patienten ansah, fiel mir viel Traurigkeit ihres Behindertenseins, viel Unmut, ja auch Verbissenheit auf. All dies löste sich auch durch die Musik keinesfalls auf, sondern verstärkte noch das Desinteresse. Auch späterhin im Gespräch begegnete mir immer wieder die Befangenheit im eigenen Unglück dieser Menschen, so dass ich in meiner frohen Dankbarkeit fast ein schlechtes Gewissen hatte. Konnte ich da helfen? Ich sprach darüber mit der Verantwortlichen für Kultur in dieser Klinik und machte den Vorschlag, einmal leicht verständliche fröhliche Geschichten vorlesen zu lassen, als Versuch, ob es diese Menschen vielleicht ein wenig froher machen könnte.

Ich hatte solche aus meinem fröhlichen Zahnarzt- und Reiterleben in Prerow in meinem Gepäck, eigentlich um sie zu überarbeiten, war aber bereit, den Versuch zu wagen, denn ich wollte ja von meiner dankbaren Fröhlichkeit gern etwas an die so unglücklichen Patienten abgeben. Als ich vorlas hörte man ab und zu ein leises Lachen, es dauerte nicht lange und es wurde stärker und die Gesichter sahen schon wesentlich fröhlicher aus. Als ich geendet hatte, standen die Zuhörer noch in kleinen Gruppen beisammen, erzählten nun selbst fröhlich Erlebtes und die Verbissenheit in ihre Leiden war ein wenig gemindert. Das konnte ich auch bei weiteren Gesprächen merken.

Was können wir daraus folgern? Wenn wir selbst fröhlich durch unseren Gottesglauben und eine Hilfe in Not und Schmerzen sein können, haben wir sicher auch die Verpflichtung, unsere frohe Dankbarkeit für kleine Freuden, die uns täglich begegnen, an andere Menschen weiter zu geben. Ich denke besonders an solche, die an keine Hilfe mehr glauben können! Es lohnt sich sicher darüber nachzudenken und damit Gott unsere Dankbarkeit zu zeigen.

Aus der Bibel wird uns zugerufen:

“Freut euch uns seid fröhlich im Herrn eurem Gott.” (Joel 2, 23)

 

Geburtstage im September und Oktober 2008

Dr. Hedwig-Dorothea Affeldt * Jutta Bänsch

Ilse Darmer * Ilse Ennen * Lotte Geißler

Christa Gräff * Vera Hoffmann * Gerhard Hühnrichs

Horst Just * Werner Kostropetsch * Anna Krüger

Edelgard Kuball * Irma Kurschus * Helmut Last

Ilse Lingrön * Hans Lohmeyer * Ursula Mietann

Werner Moede * Eva Nicklaus * Heinz Otholt

Gerhard Pries * Monika Reu * Walter Sadewasser

Karl-Heinz Tiesler * Gerhard Tietz * Elka Sangl

Gertraud Teufert * Hanni Wentzkat

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!