Gemeindebrief für September und Oktober 2007

 

Wer bemerkt seine eigenen Fehler?
Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewusst ist!”

von Gisela Nagel

Diese Worte finden wir im 19. Psalm, in dem David das Gesetz des HERRN als vollkommen und erquickend für die Seele charakterisiert.

Jesus bremst die tobende Menschenmenge, die die Ehebrecherin steinigen will, indem er sagt, es solle dann doch der den ersten Stein werfen, der ohne jede Schuld ist. Und keiner warf einen Stein, was man den Leuten wohl hoch anrechnen muss, denn es war anscheinend keiner so borniert, sich frei von jeder Schuld zu fühlen. Vielleicht war man damals noch nicht so trainiert im Verbiegen von Zusammenhängen, im Manipulieren der Umstände, als dass man sich selbst immer unschuldig, edel und großmütig fühlen könnte. Sie alle waren sich bewusst, dass jeder von ihnen sich hier oder da schuldig gemacht hatte, manchem etwas schuldig geblieben war, und sei es nur Freundlichkeit, ein Lächeln oder Gesprächsbereitschaft.

Und wahrscheinlich ist es ja auch geradezu unmöglich, durchs Leben zu gehen, ohne sich schuldig zu machen. Und dabei geht es gar nicht unbedingt um große sichtbare Vergehen, im Psalm bittet ja David auch darum , von der Schuld los gesprochen zu werden, die ihm nicht bewusst ist.

Wie oft maßen sich Menschen an, anderen ach so “gute Ratschläge” zu geben. Aber fast genauso oft sind sie für den, der Rat braucht, gar nicht nützlich, weil ja jeder Ratgeber nur aus seinem eigenen Gefühl und seinen eigenen Erfahrungen heraus raten kann. Und dann kann so ein “guter Rat” ziemlich in die Irre führen und für sensible Ratgeber zur Ursache von Schuldgefühlen werden oder den Rat Suchenden in psychologische Abhängigkeit führen.

Manch einer sagt sich vielleicht: “Ich mache gar nichts, kümmere mich um nichts und niemand, dann kann ich auch nichts verkehrt machen” Aber da fällt einem doch gleich der faule, ängstliche Knecht aus dem Neuen Testament ein, der die ihm anvertrauten Pfunde vergraben hat, um ja nichts falsch zu machen. Womit er natürlich alles falsch gemacht hat! Denn jeder Mensch ist ein Geschöpf GOTTES, das mit allen Gaben des aktiven Tätigseins ausgerüstet ist. Und jeder macht sich schuldig, der seine Schätze zu schüttet und sein Licht nicht für alle leuchten lässt, um unser Erdenleben heller zu machen. Aber man sollte wohl auch nicht in ungebremsten Aktionismus verfallen, um sich nicht unterlassener Hilfe - oder sonstiger Leistungen schuldig zu machen.

Machen wir uns doch öfter mal klar, dass wir alle lieber die Splitter in den Augen der anderen sehen als unseren eigenen Balken. Wenn wir wieder einmal ziemlich schnell und rigoros über Mitmenschen urteilen, sie beurteilen, verurteilen, vielleicht auch nur mitleidig über sie lächeln, oder sie mit unserem aufgesetzten “ Wohlwollen”, das dann sehr von oben herab kommen kann, beleidigen, kränken und in die Enge treiben.

“Sprich mich frei von der Schuld, die mir nicht bewusst ist”. Ich denke, dass man sich als gescheiter Mensch vieles von dem, was einem nicht bewusst ist, bewusst machen kann. Das sind doch unsere Pfunde! Nicht im Unbewussten, Diffusen, Ängstlichen, Kleingläubigen herumzuwuseln, sondern im Vertrauen auf GOTT bewusst, freudvoll und offen für alles und jeden zu leben, uns selbst zur Freude und GOTT
zur Ehre.

  



Die im Bau befindliche Rollstuhl-Auffahrt an der Südseite der Peter-Pauls-Kirche.
Lesen Sie dazu die nachfolgenden Anmerkungen von Pfarer Apel.

 

Im Rampenlicht

von Harald Apel

“Was mag das nun wieder werden?” haben sich vielleicht einige Zingster gefragt, die die geheimnisvollen Bau-arbeiten an der Süd- und Ostseite der Kirche beobachtet haben. Hier nun wird das Geheimnis gelüftet: Es handelt sich um eine DIN-gerechte Rollstuhlauffahrt.

Die Betonung liegt dabei auf DIN-gerecht, weil man ja möglicherweise feststellt, dass hier der Aufwand etwas übertrieben und die Ansicht der Kirche beeinträchtigt wurde. Aber wie so oft im Leben, muss man immer wieder Kompromisse eingehen.

Zunächst lag der Kirchengemeinde ein Entwurf vor, der in Umfang und Aussehen allgemeine Zustimmung fand. Doch leider sind dies bei einer Rollstuhlauffahrt nicht die einzigen Kriterien. Größen und Verhältnisse sind per DIN vorgegeben und so stand der Gemeindekirchenrat vor der Entscheidung: “Schön und grazil” oder “Groß und den Sicherheitsnormen entsprechend”.

Letztlich ist unsere Entscheidung dem Zweck entsprechend gefallen. Nach dem Anblick des etwas Ungewohnten und nach einer Begrünung denke ich aber, dass wir mit der Auffahrt auch bis ins hohe Alter, wenn die Beine nicht mehr so richtig wollen, gut leben können.

   


Taizé-Fahrt 2007“

von Stephanie Kraus

Am 21. Juli 2007 machten sich 17 Jugendliche und zwei Pastoren auf den 1500 km langen Weg nach Taizé. Die Spannung, was uns erwarten würde, war groß. Unsere Fahrt führte über Hamburg, Kassel, Frankfurt am Main und mitten in der Nacht nach Strassburg. Dort vertraten wir uns die Beine mit einem Spaziergang zum berühmten Münster. Herr Witte hatte nicht zuviel versprochen und wir waren auch durch die künstlerische Beleuchtung stark beeindruckt. Der Anblick war genial. Nach kurzem Nachtschlaf in Mühlhaus erreichten wir am Morgen den kleinen Ort Taizé. Was für ein Gewusel und Gedränge war das. Es war nicht einfach einen geeigneten Zelt- und Parkplatz zu finden. Mit so vielen Menschen hatten wir nicht gerechnet. Gleich nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten, zogen die ersten los, um Leute kennenzulernen und das ist in Taizé wirklich sehr leicht. Am Abend ging es dann zur ersten Andacht. Für alle war das eine tolle Erfahrung. Sobald der Chor mit mehreren tausend Stimmen von Jugendlichen anstimmt, ist man hin und weg. Es läuft einem ein richtiger heiliger Schauer über den Rücken. Man möchte die Atmosphäre aufsaugen, um sie mitzunehmen. Auch die sieben Minuten Schweigen bei der Andacht waren eine wichtige Erfahrung für uns. Ruhe und Zeit zum entspannten Nachdenken findet man heute ja gar nicht so leicht. Aber man merkt, wie wichtig es ist, dem Kopf einmal Urlaub zu geben.

Das Essen war für viele ein Graus. Doch mit der richtigen Einstellung und großem Hunger hat es dann sogar geschmeckt. Es war eine Woche voller Erfahrungen, Anregungen nationaler und internationaler Begegnungen und viel Spaß.

Die Grundidee des Klosters, eine ökumenische Gemeinschaft mit Gott zu schaffen, hat uns sehr beeindruckt. Dabei war es die Zufriedenheit und die Gelassenheit der Brüder , die uns verstehen lies, warum sie 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche Gott nah sein wollten. Mit ihrem Bespiel zeigten sie ganz einfach, wie es auch anders zugehen kann im Leben ohne dabei zu belehren. Dabei ist jener Besuch von heute bis zu 6000 Jugendlichen pro Woche nicht einmal geplant gewesen. Es hat ganz bescheiden angefangen, erzählte uns einer der Brüder. Eines Tages standen ein paar Jugendliche vor der Tür und fragten, ob sie nicht mit ihnen für ein paar Wochen zusammenleben dürfen. Es wurden von Jahr zu Jahr mehr und die Brüder sahen es schließlich als von Gott gegebene Aufgabe an, ihr Leben mit Jugendlichen zu teilen. Ein großer Erfolg der nicht geplant war. Man nahm sich einfach nur Zeit für die Jugendlichen, betete mit ihnen und tauschte sich mit ihnen aus.

Danken wollen wir den Pastoren Herrn Witte und Herrn Apel, die sich mit uns auf den Weg machten .Ein riesiges Dankeschön möchten wir auch den zwei Kirchengemeinden sagen, weil sie uns diesen Aufenthalt als Konfirmationsgeschenk ermöglicht haben.

Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon auf die nächste Taizéfahrt.

 
 
Geburtstage im September und Oktober 2007

Edgar Adam * Dr. Hedwig-Dorothea Affeldt

Ilse Darmer * Ilse Ennen * Elisabeth Fischer

Anneliese Geldschläger * Gertraud Geyer * Gertrud Giese

Christa Gräff * Wolfgang Heinrich * Gerhard Hünrichs

Hans Knop *Jürgen Koerber * Werner Kostropetsch

Ursula Kraeft * Thabea Kröbel * Irma Kurschus

Wilma Langner * Karl-Friedrich Libke * Hans Lohmeyer

Ruth Milbratt * Werner Moede * Eva Nicklaus

Dr. Hildegund Olbrich * Gerhard Pries * Werner Strehlow

Carl-Heinz Tiesler * Gerhard Tietz * Siegfried Troelenberg

Hanni Wentzkat * Ingeborg Wittenborn * Hannelore Wolff

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!