Gemeindebrief für August und September 2005

  

Gemeindekirchenratswahl 2005
von Harald Apel

Im Herbst und im Advent dieses Jahres werden in der Pommerschen Evangelischen Kirche Wahlen für die Gemeindekirchenräte durchgeführt. Alle 4 Jahre findet die Wahl von Ältesten für 8 Jahre in den Gemeindekirchenrat statt. Zum besseren Verständnis sollen zunächst einige grundsätzliche Fragen beantwortet werden:

1. Welche Aufgaben hat ein Gemeindekirchenrat (GKR)?
Zunächst organisiert der GKR das Gemeindeleben. Er bewegt geistliche und gemeindliche Aufgaben und fällt die notwendigen Entscheidungen per Mehrheitsbeschluss.
Außerdem obliegt ihm die Geschäftsführung der Kirchengemeinde. Pacht-, Miet-; Arbeits- und Grundstücksverträge der Kirchengemeinde werden durch ihn geschlossen. Projekte und Initiativen der Kirchengemeinde werden hier beraten. Zum Zingster GKR gehören 6 Älteste und der amtierende Pfarrer.

2. Was ist ein Ältester?
Legitimiert durch die Wahl vertritt ein Ältester die Kirchengemeinde in geistlichen und juristischen Belangen. Sein spezieller Sachverstand fließt letztlich mit in die Entscheidung des GKR.

3. Warum wird alle 4 Jahre gewählt, wenn das Mandat für 8 Jahre besteht?
Jeweils nur die Hälfte der Ältesten scheidet zu einem Wahltermin aus. Dadurch entsteht ein Rhythmus von 4 Jahren und eine Mandatszeit von 8 Jahren. (Bsp.: 1997 gewählte Älteste scheiden 2005 aus, in diesem Jahr gewählte scheiden 2013 aus). Dies hat den Vorteil , dass immer ein Potential von erfahrenen Ältesten bestehen bleibt.

Wie sieht das nun speziell für die Wahl in diesem Herbst aus? Wer kann gewählt werden?
Mitglieder der Kirchengemeinde Zingst, die mindestens 18 Jahre alt sind und aktiv am Gottesdienst und Gemeinde- leben teilnehmen, können gewählt werden. Bei Personen über 70 Jahren ist ein Votum des Kreiskirchenrates einzuholen.

Wer darf wählen?
Alle Gemeindeglieder, die sich zuvor in eine Wahlliste eintragen lassen und die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben, sind neben dem Wahl-Ausschuss, der sich aus dem GKR und seinem Beirat zusammensetzt, wahlberechtigt. Am Wahltag wird dann nach einem Gottesdienst die Wahl und die Auszählung der Stimmen durchgeführt.
Es besteht auch die Möglichkeit der Briefwahl. Im Pfarramt muss dann spätestens 2 Tage vor der Wahl angezeigt sein, dass man per Brief wählen will. Hierzu erhält man einen gesiegelten Wahlschein und einen Stimmzettel, diese sind dann bis zum Wahltermin an das Pfarramt zurückzusenden. Eine genaue Anweisung erhält jeder, der diese Absicht hat.

Liebe Gemeindeglieder,

ich bitte Sie auch der zweiten Wahlentscheidung des Jahres 2005 ihre ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Bei uns werden Sie vom Wahlkampf verschont und Sie brauchen, wenn Sie es wollen, Ihre Stimme auch nicht abgeben. Es würde uns freuen, wenn Sie sich unter den o. g. Voraussetzungen entscheiden könnten, für die Gemeindekirchenratswahl zu kandidieren. Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir ein paar neue aktive Mitstreiter gewinnen könnten. Letzter Termin der Meldung wäre der 09.09.2005. Genaueres erkläre ich Ihnen gern.

Je nachdem, wie schnell wir mit der Vorbereitung der Wahl vorankommen, werden wir in Zingst an einem Sonntag zwischen dem 25.09. und 16.10. oder an einem Adventsonntag zwischen dem 27.11. und 11.12.2005 die neuen Gemeinde-Kirchenratsitglieder wählen.

Ihr Pfarrer

 

Verwandlung
von Harald Apel

Und aus dem Rauschen wird ein Rascheln
Rasch flüchtet jener Rausch
Es treibt ein Blatt im Winde
und bietet alles einem Nichts zum Tausch

Und aus dem Finden wird ein Suchen
Versuchung wird der Fund
Es sinkt das große Steigen
bis auf den letzten Grund

Und aus dem Halten wird ein Lassen
Gelassen suchen Halt.
Es steigt aus großen Sinken
das kleine Wörtchen: Bald

  

Informationen

Bonhoefferseminar
Vom 23.-26. September werden wir gemeinsam mit der Bonhoeffergemeinde Köln-Junkersdorf ein Seminar zu Bonhoeffers Aussage veranstalten: „Kirche ist zuerst immer Kirche für andere.“
Der provokante Untertitel „Mit offenen Armen und leeren Taschen“ soll helfen, mit Bonhoeffer über unsere Situation nachzudenken. Wir haben den Bischof unserer Landeskirche eingeladen und werden genauer im September informieren.

Einweihung Altarbild
Nach Terminschwierigkeiten haben wir jetzt den 2. Oktober, das Erntedankfest, auch als Fest der Einweihung des neuen Altarbildes festgelegt. Wir werden den gesamten Tag festlich begehen. Auch hier ist genaueres den Plakaten zu entnehmen.

Mutter-Kind-Ausflug
Vom 16.-18. September planen wir mit dem Mutter-Kind-Kreis ein gemeinsames Wochenende. Genaues erhalten Sie auf Anfrage über ein Infoblatt.

 
Auf zum fröhlichen Jagen
von Gisela Nagel

„Mit dem Pfeil und Bogen durch Gebirg‘ und Tal kommt der Schütz gezogen früh im Morgenstrahl…...“
So wird im „Freischütz“ von Carl Maria von Weber gesungen. Er besingt natürlich das lustige, abenteuerliche Jägerleben, das bei etwas Glück, Ausdauer, Geduld, Disziplin und Geschicklichkeit zu ergiebiger Beute führen kann. Für unsere fernen Vorfahren war die Jagd wichtige Quelle des Nahrungserwerbs.
Aber eigentlich wollte ich mich nicht über das Weidwerk auslassen. Meine Gedanken weilen bei einer völlig völlig anderen Spezies von Schützen, die auch früh am Morgen auf die „Jagd“ geht. Diese Schützen tragen ihr Ränzlein auf dem Rücken, das gefüllt ist mit ihrer Jagdausrüstung. Stolz tragen sie alles durch den kühlen Morgen und viele von ihnen werden begleitet von noch stolzeren Adjutanten.
Sie werden es schon ahnen - natürlich meine ich die kleinen Abc-Schützen, die in diesen Tagen ihre Schullaufbahn antreten. Ihre Jagdutensilien sind Hefte, die bunte Fibel, die vorerst fast noch wie ein „Buch mit sieben Siegeln“ erscheint - aber nicht mehr lange. Weiterhin gehört natürlich die gut gefüllte Federtasche dazu, die noch so neu und sauber und verlockend ist - wie eine Schatulle mit wertvollen Kleinodien. Ja, sie sind voller Erwartungen und voll von allerbesten Absichten, Wünschen, Hoffnungen. Diese hohe Motivation hält gewöhnlich einige Zeit an, bis, ja bis der unbarmherzige Alltag die Euphorie ablöst. Dann sind Lehrer, Eltern Großeltern gefragt. Dann wird es notwendig, immer wieder das Interesse, die Lernfreude, den Wissensdurst anzufachen. Wie der Jäger braucht auch der Abc-Schütze Glück, Ausdauer, Geduld, Disziplin und Geschicklichkeit. Und all das kann und muss man in der Schule auch lernen. Man lernt ja nicht nur das Lesen und das Rechnen. Ich glaube, noch wichtiger ist das Erlernen, das Entwickeln von diversen Verhaltensweisen, Einstellungen. Zum Beispiel der Umgang mit den Klassenkameraden; mit dem der besser lesen kann, mit dem der sich bald als der ewige „Versager“ herauskristallisiert, mit dem, der durch ständiges „Stören“ versucht, auf sich aufmerksam zu machen. All diese Prozesse dürfen nicht dem Selbstlauf überlassen werden. Immer wieder sind Lehrer und alle Erwachsenen in der Verantwortung, die lieben Kleinen - oder etwa die schrecklichen Kleinen? - zu korrigieren, zu lenken, anzuleiten. An uns Erwachsenen ist es, sie zu lebenstüchtigen Menschen werden zu lassen. Das erreichen wir nicht, wenn wir sie verteufeln. Auch wir Älteren müssen uns noch ständig flexibel halten. Und müssen akzeptieren, dass die heutigen Kleinen wesentlich selbstbewusster und damit vorwitziger sind, als sie es noch vor Jahren waren. Aber wenn sie richtig angeleitet werden, wenn in Schule und Christenlehre ihr Selbstbewusstsein in die richtigen Bahnen gelenkt wird, kann das doch eine gute Chance für die Zukunft sein. Denn die heute lieben oder schrecklichen Kleinen sind gar zu bald erwachsen und nehmen dann die Geschicke unserer Welt in die Hände: als Politiker, als Arzt, als Pastor, als Handwerker, als Künstler, als Mutter, als Vater……
Zum Schluss noch ein Wort des weisen Salomo: „Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein; Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten. - dass du nicht geratest auf den Weg des Bösen……“.
Versuchen wir doch, unseren Kleinen stets und überall zur Seite zu stehen und uns mit verantwortlich zu wissen für alles Zukünftige.

 
 
Geburtstage im August und September 2005

Helga Bladt

Alicja Bönsch

Elisabeth Fischer

Gertraud Geyer

Gertrud Giese

Wolfgang Heinrich

Hans Knop

Ingeborg und Jürgen Koerber

Ursula Kraeft

Wilma Langner

Karl-Friedrich Libke

Dieter Littmann

Ingetraud Marquardt

Ruth Milbratt

Adolf Möhring

Eva Piest

Wilhelm Rückert

Elli Schuldt

Willy Spindler

Werner Strehlow

Martha Totzek

Siegfried Troelenberg

Hildegund Olbrich

Käte Weidmann

Ingrid Weirauch

Ingeborg Wittenborn

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!