Gemeindebrief für Juli und August 2007

 

Brot für die Welt! - Die ganze Welt für unser Brot?l

von Gisela Nagel

Gibt es sie, die stummen Schreie, die ungeweinten Tränen? Als die Filmbesucher an einem Mittwoch im Juni das Lesecafe unserer Kirchgemeinde verließen, konnte man durchaus diesen Eindruck gewinnen. Kaum ein Wort wurde gesprochen und jeder schien nahezu ohnmächtig vor Traurigkeit, Wut, und Ratlosigkeit.

Welchen Horrorfilm hatte man sich angesehen? Hatte es hinterlistigen Mord und sadistische Intrigen gegeben? Ist literweise Blut geflossen, hatten sich Schwerverletzte in Todesqualen gekrümmt? Hatten wahnsinnige Psychopaten ihre schlimmsten Gelüste an unschuldigen Opfern ausgelebt?..............!

Eigentlich waren die Besucher zu einem Dokumentarfilm eingeladen, einem Dokumentarfilm mit dem Titel “We feed the world”, in dem es um die Ernährung der Menschen auf unserer Erde ging. Das kann ja nur etwas sehr Positives sein, sollte man meinen. Jedem Menschen sein “Tägliches Brot” zu gewährleisten ist doch ein lobenswertes Ziel.

Doch was mussten die Besucher sehen? Es begann damit, dass wunderbar appetitlich aussehende Brote, von denen man fast den herrlichen Brotgeruch ahnen konnte, dass diese Brote in Unmengen in einen Schredder transportiert wurden, um beseitigt zu werden. Und man musste hören, dass in Wien täglich soviel Brot vernichtet wird, dass damit die ganze Großstadt Graz versorgt werden könnte. Täglich!!!!! Und woher kommt das viele Mehl zum Backen all dieser Wegwerfware? Zum großen Teil wird es aus Indien eingeführt, Indien, von dem man weiß, dass es ein armes Land ist, mit sicherlich einigen Reichen, die an diesem Getreideexport noch reicher werden. Doch Hunger, Armut, Krankheiten und unbeschreibliches Elend spielen sich auf Indiens Straßen ab. Nicht zufällig war die selig gesprochene Mutter Teresa in Indien aktiv.

Doch noch erschütternder waren die Bilder von der Massenproduktion der so beliebten und oft als Snack zwischendurch verzehrten, freundlich “Hähnchen” genannten Fleischware. Die verzweifelten Schreie der zu Tausenden auf überfüllten Förderbändern transportierten Küken gellen noch in den Ohren sensibler Zuschauer. Am Ende dieser Produktionskette (in der Lebewesen, Mitgeschöpfe zum Verzehr präpariert wurden) waren dann die appetitlich abgepackten Brathähnchen zu sehen, die wir alle aus unseren Supermärkten kennen und für wenig Geld kaufen können. Und die Verbraucher freuen sich über die kleinen Preise, die sie zu zahlen haben, und es wird gegessen und gegessen und gegessen, auch wenn der eigentliche Hunger längst gestillt ist. Die Preise für das Fleisch (nicht nur Hähnchen werden so produziert) sind ja so gering! Sind sie es wirklich? Im Regenwald Südamerikas, der für das Klima auf unserer Erde eine entscheidende Rolle spielt, werden riesige Flächen Urwald gerodet, um Sojabohnen (natürlich GEN-manipulierte) anzubauen, um Futter für die Produktion all unserer Hähnchen, Schnitzel, Würstchen zu haben.

Und - schaffen es diese Produktionsmethoden, den Hunger in der Welt zu besiegen?

Während in Deutschland ein Großteil der Menschen zu Entfettungskuren muss, während Tausende durch falsches und zu vieles Essen unter diversen sogenannten Zivilisationskrankheiten leiden, sterben an den Folgen von Unterernährung In Indien, Brasilien (die für uns produzieren) täglich Tausende arme Menschen. Niedrige Preise?? Nein! Letztendlich zahlen wir alle einen stark überhöhten Preis, der nur die Lebensmittelkonzerne reich macht, die Welt aber arm und unsere Erde und Menschenwürde verletzlich.

Können wir etwas tun? Ich denke schon.! Wir brauchen doch nur bei der dritten Hähnchenkeule an die hilflos schreienden Küken zu denken, dann legen wir sie vielleicht beiseite, und kaufen zum nächsten Grillfest ein paar Kilo weniger ein, es wird trotzdem jeder satt. Und wenn Millionen von mitteleuropäischen Wohlstandsbürgern ein paar Kilo Fleisch weniger konsumieren, fällt das schon sehr ins Gewicht, und die Lebensmittelkonzernherren müssen mit Nachdenken beginnen. Letztendlich müssen wieder wir “kleinen Leute” uns unserer Macht bewusst werden. Wir sind doch keine Marionetten, die nach den Gelüsten einiger Mächtiger tanzen, die unsere Schwachheit für ihren Profit ausnutzen.

“Man lebt nicht, um zu essen, sondern man isst, um zu leben”, pflegte mein Großvater, ein Bäckermeister, zu sagen.

  



Gewandhausorganist Michael Schönheit
an der Orgel in der Zingster Kirche

 

Kirchenkonzerte im Sommer 2007

von Petr Cejp

Die Abendmusiken in der Peter-Pauls-Kirche haben wie in jedem Jahr am Pfingstsonntag begonnen und bis zum 7. Oktober stehen noch viele Konzerte auf dem Programm - regelmäßig an Freitagen und zusätzlich auch an anderen Wochentagen.

Die Kirchengemeinde freut sich besonders auf ihren langjährigen Kurorganisten Michael Schönheit, der auch in diesem Sommer während seines Urlaubs in Zingst im Juli und im August einen Monat lang die Orgel sowohl in den Gottes-diensten, als auch zu den freitäglichen Orgelkonzerten spielen wird.

Michael Schönheit berücksichtigt in seinen diesjährigen Konzerten besonders Dietrich Buxtehude, den neben Bach wohl bedeutendsten Orgelkomponisten und Organisten der Barockzeit, welcher am 9. Mai 1707, also vor 300 Jahren, in Lübeck gestorben ist. Buxtehude wird deshalb auch in vielen anderen Konzerten dieses Sommers eine Würdigung erfahren

Aber auch andere, schon bekannte oder zum ersten Mal in Zingst auftretende Musiker werden in der Kirche zu Gast sein. Eine Liste aller Konzerte, es sind in der ganzen Sommersaison insgesamt 25, liegt in der Kirche aus, oder kann auch auf der Kirchen-Website eingesehen werden, und zwar unter:

www.ev-kirche-zingst.de

Alle Musikliebhaber sind an einem Sommerabend herzlich zu einem Konzertbesuch in die Kirche ein- geladen - nehmen Sie für eine Weile Abstand vom Lärm des Alltags und treten Sie ein in die harmonische Klangwelt der Musik!

   


Gesangbuchlieder“

von Hedwig-Dorothea Affeldt

Irgendwann suchte ich im alphabetischen Verzeichnis des evangelischen Gesangbuches ein bestimmtes Lied. Dies war mir dann gar nicht mehr so wichtig, denn ich erkannte, dass es sehr viele Lieder gibt, die wie “Lobe den Herren” Gott loben als Schöpfer von allem Guten auf dieser Erde und als Erretter aus aller Not, die uns Menschen betrifft: “Aus tiefer Not schrei ich zu Dir, oh Gott erhör mein Flehen”

Wenn wir als Kinder den 103. Psalm zum Geburtstag mit Vaters ruhiger Stimme hörten und dann zusammen “Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren” (Joachim Neander) sangen, fühlte ich mich als Kind geborgen und behütet. So liebte ich bis heute dieses Lied ganz besonders.

Aber wie wird ein großer Kummer oder Schmerz empfunden, können wir dann auch noch “Lobe den Herren” singen?

Mir wurde von der Beerdigung eines jungen Menschen erzählt, von dem Schmerz und der Traurigkeit der Eltern und der Angehörigen. Zum Erstaunen aller wurde am Grab “Ich singe dir mit Herz und Mund” (Paul Gerhard, Verse 1, 10 und 15) gesungen. Dies wirkte unglaublich tröstlich.

Daraufhin habe ich mich intensiver mit den Gesangbuchliedern befasst und gefunden, dass sie eine besonders schöne und sicherer Art der Verkündigung von Gottes Wort sind.

Aus Freude, Dank und großer Not kann man durch ihr Singen zutiefst glauben, denn die Liederdichter haben ja diese Lieder aus ihrem eigenen Erleben gedichtet. “Von guten Mächten… (Dietrich Bonhoeffer)

So sollen wir die Gesangbuchlieder mit der Bibel zusammen als großen Schatz für unseren christlichen Glauben empfinden!

 
 
Geburtstage im Juli und August 2007

Helga Bladt * Gudrun Busch * Hildegunde Hoffmann

Herbert Hähnel * Ingeborg Koerber Dieter Littman

Emma Ludwig Ingetraut Marquardt * Adolf Möhring

Dorothea Niche * Heinz Petschaelis * Siegfried Pfeiler

Eva Piest * Wilhelm Rückert * Alfred Schielke

Elfriede Schneider * Elli Schult * Willi Spindler

Gertrud Stolzenburg * Erika Ukat * MarthaTotzek

Ursula Parow * Käte Weidmann * Ingrid Weirauch

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!