Gemeindebrief für Mai und Juni 2008

 

Konfirmation? Jugendweihe? Oder........?

von Gisela Nagel

Wenn von Zeit zu Zeit sich die Goldenen Konfirmanden zu einem Festgottesdienst treffen, so ist die Kirche angefüllt von fröhlicher Wiedersehensfreude, eifrigem Gespräch, aber auch von besinnlichem Innehalten. Sicher zieht man ein Resümee, die vergangenen fünfzig Jahre betreffend. Und manch einer betritt vielleicht die Kirche nach langer Zeit zum ersten Mal wieder, was sicher die verschiedensten Ursachen haben wird: Enttäuschung, Frustration, Desinteresse oder auch eine gewisse Scheu vor dem sakralen Gemäuer, eine Art von Schwellenangst. Man weiß ja nicht so genau, was einen erwartet , und vielleicht ist da auch eine Scheu, angerührt zu werden. Wie auch immer, es ist allemal ein fröhliches Treffen mit vielen Teilnehmern.

Vor jeweils fünfzig Jahren hatten die heutigen Senioren ihre Konfirmation, sie haben damals gelobt, ein Leben im Sinne GOTTES zu führen, haben einen erbaulichen Geleitspruch mit auf den Weg bekommen, der für manch einen sicher Richtung weisend sein konnte in schwierigen Situationen. So ein manifestierter Spruch kann schon manchmal Wunder bewirken, den aufmerksamen Leser stärken oder sogar aufbauen. “Wer Ohren hat zu hören, der höre!” Und es kann ihm die Gnade des Verstehens zuteil werden .

In diesem Jahr werden auch wieder einige Jugendliche konfirmiert werden. Das ist heute durchaus keine Selbstverständlichkeit mehr. Es gibt andere Möglichkeiten, den Übergang von der Kinderzeit in die Welt der Erwachsenen zu würdigen. Da gibt es die Jugendweihe, an die viele Ältere auch eine gute Erinnerung haben. Doch man bedenke, dass sie damals verbunden war mit einem Bekenntnis zum DDR – Staat und seiner Politik, was in einem “feierlichen” Gelöbnis bekräftigt wurde Doch die Gedanken der Jugendlichen waren vielleicht schon bei den Geschenken und dem zu erwartenden Geld. Heute ist nun die Jugendweihe auch nicht mehr so aktuell wie noch vor einigen Jahren. Und so bleibt für viele Jugendliche “nur” eine Familienfeier oder eine Reise mit den Eltern, was ja auch sehr schön sein kann. Doch die fröhliche Gemeinschaft und das Feierliche, Erhebende kommt bei dieser Art doch auf jeden Fall zu kurz.. Und den Jugendlichen wird ein bedeutendes Erlebnis vorenthalten, selbst wenn es ihre eigen Entscheidung sein sollte. Es geht ihnen etwas verloren, von dem sie gar nicht wissen, dass es ihnen verloren geht. Aber vielleicht spüren sie tief im Innern diese Leere, die nicht aufgefüllt wird. Es sei denn mit Alkohol oder Drogen. Denn wer nicht an der Jugendweihe teilnimmt, lässt sich ja nicht zwangsläufig konfirmieren, denn mit der Kirche möchte man schon gar nichts zu tun haben. Und GOTT, einen GOTT, den man nicht sehen und anfassen kann? “Nein danke”, meinen da viele. Wenn es IHN geben sollte, soll er doch erstmal meine Oma gesund machen und Kriege, Seuchen und anderes Elend verhindern. Dann wäre ich vielleicht bereit an ihn zu glauben ...........

 



In den vergangenen Wochen wurde das neogotische Freitor in der Kirchenallee von der Firma Hochbau und Denkmalpflege Stralsund vollständig saniert. Die abschließenden Malerarbeiten wurden unentgeltlich von Horst Mehte ausgeführt. Fachliche Betreuung leisteten dabei der kirchliche Baubeauftragte Architekt Meyerhoff zusammen mit dem Restaurator Thormeier aus Stralsund.

Nachdem sich das Tor, das zusammen mit Kirche, Pfarrhaus und Glockenstuhl das wertvollste architektonische Ensemble in Zingst bildet, jahrzehntelang im schlechten baulichen Zustand befand, ist es der Kirchengemeinde jetzt dank großzügiger finanziellen Unterstützung durch die Kommune gelungen, den Bestand dieses Denkmals auch für kommende Zeiten zu sichern.

 

Nachrichten aus der Kirchengemeinde

- In diesem Jahr wurden am Sonntag Exaudi Rebekka Grimm und Johanna Krüger konfirmiert.

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An jedem 2.und 4. Donnerstag im Monat lädt Herr Grimm um 18.00 Uhr zur Jungen Gemeinde ein.

- Der nächste Gemeindebrief wird schon Mitte Juni erscheinen. Er wird umfangreicher und enthält alle Sommertermine und gilt bis Ende September.

- Neben der Kanzel in der Kirche kann neuerdings in einem Sichtfester ein Teil der ursprünglichen Ausmalung des Altarraumes angesehen werde.

- Die Kirche macht Kino: Im Monat Mai sogar 3 Mal. Im “Betreuten Wohnen” wollen wir am 27.05. um 15.00 Uhr den Film “D. Bonhoeffer – die letzte Stufe“ zeigen.
Der Mütterkreis wird sich am 21.05 um 20.00 Uhr einen Film über neue Methoden und Arbeitsweisen in der Schule ansehen,der Titel ist “Und es geht doch”.
Und am 28.05. um 19.30 Uhr zeigen wir den Dokumentarfilm
“Die Geschichte des Islam”.

   


Das kürzeste Glaubensbekenntnis!

von ML. PF.

Es liegt nun zwei oder drei Jahrzehnte zurück. Es war Sommer. Ich wischte in der Kirche Staub, Bank für Bank. Besucher kommen und gehen. Für sie ist eine solche Arbeitskraft in der Kirche eine so genannte “Neon-Person”. Man begrüßt nicht einander, das ist gut so.

Eine junge Frau mit ihrem Töchterchen betritt die Kirche. Das Kind ist wohl noch keine sechs Jahre alt. Sie kommen leise den Mittelgang heran und bleiben am Taufstein stehen. Es beginnt ein Gespräch. Staubtücher sind leise Geräte, ich kann jedes Wort verstehen.

Mutti, was ist das? Ein Taufstein! Was ist ein Taufstein? Da werden kleine Kinder getauft! Warum? Weil die Eltern das wünschen! Bin ich auch getauft? Nein! Warum nicht? Ach, weißt du, darüber kannst du mal mit Vater reden, wenn wir wieder zu Hause sind!

Der Blick der Beiden schweift durch den Altarraum. Am gekreuzigten Jesus bleibt der Kinderblick hängen. Wer ist das, Mutti? Das ist Jesus! Wer war das? Das war ein Mann, den die Menschen sehr lieb haben! Und warum haben sie ihn dann angenagelt? Er war den Mächtigen im Wege, weil er ihnen sagte, was Unrecht ist. Allen sagte er das. Er tat aber viel Gutes, und darum liebten ihn viele Menschen! Und warum hängt er immer noch da? Sie lieben ihn heute noch und glauben an ihn. Eine Pause entsteht. Es ist recht still in der Kirche. Mutti, - höre ich da, - glaubst du auch an ihn? Ein leises ´Nein´ steht bang im Kirchenraum. Da antwortet das Kind: Aber ich glaube an ihn!

Mir stockt der Atem. Aber nichts folgt nun mehr. Leise gehen sie hinaus. – Das war eine sehr eigene, fast unbeholfenen Unterweisung. Und diese Wirkung!

 

Geburtstage im Mai und Juni 2008

Hildegard Angott * August Bitter * Ernst Bräutigam

Karin Dalitz * Dorothea Dettlof * Lieselotte Diekelmann

Margarete Galow * Marianne Gottschewsky * Ingetraut Hartmann

Sieglinde Jeske * Margarete Heldt * Else Hoffmann

Elfriede Hoth * Herbert Hückstädt * Rudolf Kollmorgen

Helmut Kunst * Ursula Lieber * Günter Lingrön

Annedore Möller * Felicitas Mosebach * Jutta Orgel

Günter Peter * Gerhard Pfennig * Paul Radke

Ursula Radke Wolfgang Rahn Vera Schüler

Horst Seefeld * Renate Thieß * Anita Werner

Ilse Zornow

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!