Gemeindebrief für Mai und Juni 2004

 

Heiliger Geist, kehr bei uns ein

von Gisela Nagel

In unseren sonntäglichen Gottesdiensten bekennen wir unseren christlichen Glauben. Was denken, was fühlen wir dabei? Oder sprechen wir es einfach nur mit, weil es dazu gehört, ohne bewusste Anteilnahme?

„...Ich glaube an den Heiligen Geist“, sprechen wir. Und was denken wir? Ein Kind angefüllt mit Fernseh-Phantasie-Geschichten wird dabei sehr reale Vorstellungen haben und sich vielleicht nur wundern, dass die Erwachsenen auch an Geister glauben. …Aber wir glauben an den Heiligen Geist.

In einer Altenburger Bibelübersetzung von 1984 fand ich diese Erklärung: Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich „Wind, Hauch“. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das GOTT seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt. Vom Geist GOTTES gehen aber auch spezi- elle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus. ...Propheten des Alten Testaments haben für die Zukunft eine Ausgießung des Gottesgeistes über das ganze Volk erwartet. Die neutestamentliche Gemeinde sah diese Erwartung durch Jesus erfüllt. …Mit der Taufe oder Handauflegung wird allen Glaubenden der Geist verliehen. …Schon, dass jemand Christus als seinen Herrn erkennen und an ihn glauben kann, ist das Werk des Geistes.“

Und nun dürfen wir wieder einmal des Pfingstwunders gedenken, das wir bestimmt nicht nur als schöne Legende betrachten sollten. Wir kennen sie alle die fast unglaubliche Geschichte, da sich plötzlich Menschen aus den verschiedensten Ländern (ohne Dolmetscher) verstehen konnten und man miteinander reden konnte. Was war geschehen? Und was kann auch heute immer wieder geschehen? Petrus gibt uns die Erklärung: „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht GOTT, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch…“

An uns heutigen Menschen ist es nun, den Geist GOTTES zu erkennen, aufzufangen und so miteinander zu sprechen, dass jeder jeden versteht. Denn Verstehen ist oft nicht eine Frage der Sprache sondern des Herzens, des Geistes, der uns beseelt.

 



„Abrahams Gäste“ (Die Dreifaltigkeit)
Mosaik in San Vitale, Ravenna, 6. Jh.


Glockenstuhl unterwegs
-Über die Umsetzungs des Zingster Glockenstuhles-

von Harald Apel

„Manchmal sind die Glocken jener Stadt vom Meeresboden herauf zu hören.“, erzählt man andächtig und fast jeder um den Barther Bodden weiß sofort um welche Legende es sich dabei handelt.

Aus dem Verborgenen holen und sichtbarer machen, möchte die Kirchengemeinde Zingst auch ihren Glockenstuhl. Zur Zeit fristet jene schöne alte Zimmermannsarbeit ein ziemlich abseitiges Dasein auf dem Zingster Friedhof. Gewiss stand er, seit sich Zingster erinnern können, schon immer an dieser Stelle. Doch der eigentliche Ort seiner Bestimmung war es nie, denn wer wollte die Kirche und die Glocken auf Dauer voneinander trennen. Bevor sich aber der Glockenstuhl auf den Weg zu Kirche machen wird, waren zunächst die Gedanken auf den Weg zu bringen: Am Anfang stand der Beschluss, den Glockenstuhl zu sanieren. Dies macht es notwendig, ihn vollständig abzubauen. Daraus ergab sich wiederum die Frage: Sollte dies nicht genutzt werden, sein einsames Schattendasein dadurch zu beenden, dass man ihn in die Nähe der Kirche hole? Nach einer Befragung in der Kirchengemeinde zeichnete sich ab: Kirche und Glocken gehören zusammen. Zu dieser mehrheitlichen Äußerung kam zusätzlich das Angebot einer Kölner Familie, eine neue Glocke zu finanzieren. So steht nun die Hoffnung, dass Pfingstmontag erstmalig in Zingst das neue Geläut, nicht wie fern vom Meeresboden herauf, sondern klar über Zingst hinweg zu hören sein wird.

Für den 19. Mai ist der Glockenguss in Lauchhammer geplant. Die Zimmerei Thomas Liess und die Bau Service GmbH Barth sind begeisterte Mitstreiter bei diesem Vorhaben. Zumal es einen besonderen Reiz hat, die Kunst der alten Meister zu entdecken und wiederherzustellen, was in Zingst ja nicht allzu modern ist. Ein ganz besondere Dank gilt dem Architekten Herrn Koerber, der mit seiner Kompetenz und Hilfe die Sache, -oder besser den Glockenstuhl, auf den Weg gebracht hat. Möge die Inschrift der neuen Glocke bei jedem Läuten als Einsicht und Aussicht in den Gedanken des Hörenden Platz finden:

DENEN, DIE GOTT LIEBEN; MÜSSEN ALLE DINGE ZUM BESTEN DIENEN.

Vielleicht als Fazit über das, was sich am Ende aus einer Idee entwickelt hat und möglicherweise sogar, als Antwort auf jene Glocken, da unten auf dem Meeresgrund.

Wer die Tagesreise zum Glockenguss nach Lauchhammer mit machen möchte, sollte sich telefonisch unter 15226 oder direkt im Pfarramt bis zum 12. 05. 2004 anmelden.

 


Abendmusiken in der Zingster Peter-Pauls Kirche

von Petr Cejp

Der Sommer naht, und so fangen auch bald wieder die regelmäßigen Musikabende in der Zingster Kirche an. An dieser Stelle möchten wir für Sie einen Blick darauf werfen, was uns musikalisch erwartet:

Die Kirchengemeinde freut sich, wieder ihren alljährlichen Sommergast zu begrüßen, den Gewandhausorganisten Michael Schönheit, der im Juli und August mehrere Wochen lang das Amt des Zingster Kurorganisten wahrnehmen wird. Wir werden Orgelkonzerte hören, in denen das Schaffen Johann Sebastian Bachs vorrangige Rolle spielen wird. Einmal wird auch die Leipziger Violinistin Katharina Dargel und einmal die Blockflötistin Susanne Erhard aus Berlin mitwirken.

Herr Schönheit ist aber nicht nur ein virtuoser Solist der Konzertorgel, sondern auch ein Musiker, der in der langen Tradition der thüringischen Kantorenfamilien steht. Dieses kommt ganz deutlich in seiner musikalischen Gestaltung der Gottesdienste zu Geltung, wobei hier die liturgischen und improvisatorischen Fähigkeiten besonders zum Einsatz kommen, die man in Solokonzerten nicht hören kann.

Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen, einen der führenden deutschen Organisten im Konzert oder im Gottesdienst an der Zingster Kirchenorgel zu hören!

Insgesamt stehen von Pfingsten bis zum Ende September 24 Konzerte auf dem Plan. Es kommen Musiker, die in den vergangenen Jahren schon in Zingst gespielt haben, aber auch ganz neue Gesichter:

Am Freitag nach Himmelfahrt gastiert in der Kirche der Gospelchor des Theaters Stralsund und Kirchenmusikdirektor Kaufeldt spielt am 30. Mai ein festliches Pfingstorgelkonzert. Im Juli hören wir auch zwei Jazzformationen, die musikalisch kirchliche Themen verarbeiten: zuerst das Trio Altmann, Wauer, Naehring und dann den Rostocker Karl Scharnweber und seine Freunde, die im „Jahreskreis“ anspruchsvolle freie Bearbeitungen alter Choralmelodien für Orgel, Gitarre und Flöten bzw. Saxophon vorstellen.

Orgelabende, Gospel- und Kosakenchöre, Orchester- und Kammer-musikkonzerte und auch Gesangssolisten werden folgen. Eine Übersicht liegt in der Kirche aus.

Die Kirchengemeinde hofft, dass die Abendmusiken wie in den vorigen Jahren viele Besucher in die Kirche führen werden, welche „die Ehre Gottes und die Recreation des Gemüths“ suchen, worin nach Bachs Worten jeglicher Musik „Finis und Endursache“ zu suchen ist.

 

Geburtstage im Mai und Juni 2004

Eugenie Bernstein
Edith Dietze
Ingetraut Hartmann
Ursula Lieber
Lieselotte Dieckelmann
Günter Lingrön
Adelbert Gerdes
Margarete Heldt
Elfriede Hoth
Herbert Hückstedt
Annedore Möller
Jutta Orgel
Günter Peter Paul Radke
Günter Thämlitz
Günter Wallis
Anita Werner
Marie-Sophie und Karl-Heinrich Schweitzer
Ilse Zornow

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!