Gemeindebrief für Mai und Juni 2003

 

„Nehmt einander an, wie Christus euch
angenommen hat zu Gottes Lob.“

von Gisela Nagel

Zu diesem Monatsspruch für den Monat Mai fällt mir sofort ein uns allen wohl bekanntes Wort ein: Toleranz Ja, es ist uns allen wohl bekannt das Wort, aber eben leider nur das Wort. Leider ist es meist nur eine leere Worthülse, also ohne Inhalt, also nichts, womit man sich belasten müsste. Und wenn es uns doch mal nahe kommt, dann am ehesten, wenn wir Toleranz von jemand erwarten, oder meist fordern und einklagen.

Im Lexikon wird dieses Wort so erklärt: Duldung, Duldsamkeit; die Respektierung der Meinungen, Wertvorstellungen und Verhaltensweisen anderer. Wie schön und vernünftig und selbstverständlich hört sich das an in der Bibel und im Lexikon.

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Politiker im Bundestag beschimpfen sich oft auf die übelste Weise, wo sie doch eigentlich alle dasselbe im Sinn haben sollten: das Wohl des Landes nämlich. In Fernsehdiskussionen kommt es nach ersten (schein-)freundlichen Sätzen meist zu heftigem Parteienstreit und penetranter Selbstdarstellung sowie Herabwürdigung des Gesprächspartners.

Aber warum in die Ferne schweifen? Wir brauchen uns alle, wie ich glaube, nur in unseren eigenen Familien, am Arbeitsplatz oder auf der Straße umzusehen. Sind wir nicht oft so sehr von der Richtigkeit unserer Handlungsweisen überzeugt, dass wir es nicht ertragen können, wenn der Partner oder der Sohn oder die Tochter es nicht genauso machen. „Das musst du so machen, anders geht es nicht“. Oftmals geht es aber doch anders, vielleicht sogar besser und einfacher. Jeder von uns kann jedem von uns im besten Falle Rat-schläge geben oder eigene Erfahrungen vermitteln. Was der jeweils andere daraus macht, liegt bei ihm allein.

Es ist doch so, dass jeder einzelne Mensch auf unserer Erde ein wunderbares Unikat ist mit ureigenem Denken, Fühlen, Intellekt, Temperament, Energiepotenzial. Vergessen wir doch nicht: GOTT schuf den Menschen nach seinem Bilde, und stellte am Ende des Schöpfungsaktes befriedigt fest, dass alles sehr gut war, auch der Mensch war gut und ist es immer noch trotz mancher Irrungen und Wirrungen.

Vielleicht noch ein Gedanke: Wenn Toleranz auch Duldung, Duldsamkeit beinhaltet, kann das nicht heißen, dass einer bestimmt und der andere um des lieben Friedens Willen „duldet“. Nein, es muss von jedem von uns die Bereitschaft ausgehen, auch mal einen Schritt auszuweichen. Und wenn diese Bereitschaft vorhanden ist, können viele oder alle zwischenmenschlichen Probleme gelöst werden, denn dann kann jeder mit jedem ohne Misstrauen und Hintergedanken sprechen.

 


 

Baum mit Kreuz
Nachruf für Zingster Bäume

Nach dem Schrei durch Jahre in Ringen
zersplittert Zeit in Sekunden.
Der Wind wird nicht mehr hier singen
und ein Nest nicht mehr wieder gefunden.

So ächzend ist das stöhnende Sterben
beim Abschied einer Welt von der Welt.
Wir nur einen Stumpf von Erinnerung erben,
wo ein borkiger Weg aus dem Himmel fällt.

Harald Apel

 


Kirchenkonzerte im Sommer 2003

von Petr Cejp

Seit mehr als einem halben Jahrhundert finden in der Zingster Kirche im Sommer regelmäßige Abendmusiken statt. Auch in diesem Jahr haben wir für Sie eine abwechslungsreiche Musikreihe vorbereitet. Diese Veranstaltungen finden regen Zuspruch, allein im letzten Sommer zählten wir mehr als 3.500 Besucher. Die Kirchengemeinde bedankt sich dabei für die Unterstützung des Kur- und Tourismusbetriebs, der uns hilft, die Konzerte auf eine feste finanzielle Grundlage zu stellen.

Die Saison 2003 hat am 2. Mai mit einem Konzert für „Piano & Drums“ begonnen, und es werden bis Ende September 25 Musikabende folgen. Zu Pfingsten ist der Leipziger Organist Denny Willke mit Werken von Bach und norddeutschen Meistern zu Gast, und danach wird eine Musik an jedem Freitag angeboten, mit zusätzlichen Konzerten an anderen Wochentagen.

Als besonderen Höhepunkt möchte ich auf ein Konzert für Soli, Chor und Orchester unter der Leitung des Gewandhausorganisten Michael Schönheit am 7. Juli hinweisen. Auf dem Programm stehen deutsche Motetten und Kantaten der Barockzeit von Schütz bis Bach. Zu hören sind Gesangsolisten, die Merseburger Domkantorei und Mitglieder des Gewandhauses Leipzig. Ein Konzert dieser Größenordnung und Qualität hat bis dato in Zingst noch nicht stattgefunden - lassen Sie sich also diese Gelegenheit nicht entgehen.

Der Gewandhausorganist Schönheit wird auch in diesem Sommer das Kurorganistenamt bei uns wahrnehmen und mehrere Konzerte auf der Sauer-Orgel unserer Kirche spielen. Neben Orgel stehen Kammermusiken, Agenturkonzerte, Liederabende etc. auf dem Plan. Sie können sich im Pfarrhaus, auf den Plakaten oder unter www.ev-kirche-zingst.de/konzerte.htm im Detail informieren.

Zu allen Konzerten dieses Sommers sind Sie herzlich in die Zingster Peter-Pauls-Kirche eingeladen!

 


Bin ich´s oder bin ich´s nicht?
Zur Mitgliedschaft in der Ev. Kirche

von Harald Apel

Diese Frage ist mit einer gewissen Selbstreflektion an alle Gemeindeglieder unserer Kirchengemeinde gestellt. Jahre hat es gedauert um zu erfassen, wer nach der Wende nun noch zur Kirche gehört. Leider wurde was lange währte nicht zugleich gut. Was wir an Zahlen von den Ämtern bekommen, ist unvollständig und oft veraltet. Deshalb ist es für die weitere Arbeit in der Kirchengemeinde wichtig, diese Daten zu überprüfen. Um sich die oben gestellte Frage selbst zu beantworten, möchte ich eine paar Hinweise geben.

Grundsätzlich gilt, wer getauft ist, ist Glied der Kirche. Dies kann nur aufgehoben werden, wenn der Getaufte seinen Austritt aus der Kirche aktenkundig erklärt hat. Diese Entscheidung wird im Taufbuch der Kirchengemeinde vermerkt. Alle kirchlichen Rechte, wie kirchliche Segenshandlungen, die Übernahme des Paten- oder Ältestenamtes, aber auch die kirchliche Bestattung können dann nicht mehr wahrgenommen werden.

Natürlich ist die Frage der Rechte immer auch auf die Pflichten bezogen. Hier ist es oft die Kirchensteuer, die manchen zum Austritt veranlasst. Deshalb ist es gut über diese finanzielle Frage informiert zu sein: Kirchensteuer zahlen nur die Gemeindeglieder, die Einkommenssteuer zahlen. Es sind hierbei auf die Steuer 9% veranschlagt. Auf 100 € Steuern (nicht Lohn) sind 9 € Kirchensteuer fällig. Wer noch keine Steuern (Student) zahlt, oder keine mehr zahlt (Rentner), kann auf freiwilliger Basis ein Kirchgeld an seine Kirchengemeinde zahlen, dessen Höhe jeder nach seinen Möglichkeiten selbst festlegen kann.

Während Gemeindeglieder mit Steuerkarte kaum Zweifel über ihre Mitgliedschaft in der Kirche haben dürften, denn auf dieser ist sie vermerkt, kann bei Personen ohne eine diese natürlich die Frage auftauchen „Bin ich´s oder bin ich´s nicht?“. Wir bieten allen an, die sich in dieser Frage unsicher sind, sich über unseren Kenntnisstand zu informieren; Dies heißt, ob sie laut unseren Angaben zur Evangelischen Kirchengemeinde Zingst gehören oder nicht. Natürlich helfen wir auch, wenn Sie wieder dazugehören wollen. Ihnen stehen hierfür die Büroöffnungszeiten, aber auch das Gespräch beim Hausbesuch zur Verfügung.

Neben all den rechnerischen Erwägungen sollte bei der Frage „Bin ich´s oder bin ich´s nicht?“ die eigene Seele nicht außer Acht bleiben, die schon - oder gerade in dieser Welt - ein Zuhause braucht.

Ihr Harald Apel

 

Geburtstage im Mai und Juni 2003

Eugenie Bernstein
Edith Dietze
Ingetraut Hartmann
Ursula Lieber
Lieselotte Dieckelmann
Günter Lingrön
Adelbert Gerdes
Margarete Heldt
Elfriede Hoth
Herbert Hückstedt
Annedore Möller
Jutta Louise Orgel
Günter Peter
Paul Radke
Gerhard Tabbert
Karl Tabbert
Günter Thämlitz
Günter Wallis
Anita Werner
Marie-Sophie und Karl-Heinrich Schweitzer
Ilse Zornow

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!