Gemeindebrief für März und April 2008

 

Jesus Christus spricht: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Joh 16, 22

von Gisela Nagel

Ja, mag bei dieser doch eigentlich sehr schönen Zusage, die man gewiss nicht belächeln, sondern aus der man ein tiefes Vertrauen in GOTTES Weisheit und Güte, aber auch seine Strenge, ableiten sollte - ja, mag manch einer denken: das hört sich ja sehr verheißungsvoll an, aber wann wird das sein? Ich bin jetzt unendlich traurig, betrübt, vielleicht sogar deprimiert, was soll mir da eine Vertröstung auf ein ungewisses Irgendwann nützen, helfen.

Was treibt uns Menschen um, warum gelingt es so vielen nicht, im Hier und Jetzt schon Glück und Zufriedenheit zu finden? Woher kommen sie, unsere Stimmungsschwankungen, die schon Goethe und viele Menschen vor und nach ihm kannten. Denn Goethe schrieb einmal: “Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt; glücklich allein ist die Seele, die liebt.” An welche Art der Liebe er dabei gedacht hat, wir wissen es nicht so genau. Das Lieben ist ja auch so ein “weites Feld”. - Doch leider ist das Lieben gar zu oft mit Eigennutz verknüpft. Ich liebe diesen Menschen, weil er so schön ist, weil er mich zum Lachen bringt, weil er gut zu mir ist, weil ich ihn brauche und nicht missen möchte. Und manchmal wird dabei der geliebte Mensch als mein Eigen betrachtet, woraus dann leicht Probleme entstehen können durch unbewusste Bevormundung, “liebevolle” Gängelung und eiserne Umklammerung.

Ich glaube, ähnlich geht es vielen Menschen in ihrer Liebe, ihrem Vertrauen zu GOTT, zu Jesus. “ Ich glaube doch an GOTT, gehe jeden Sonntag in die Kirche, spende eifrig bei der Kollektensammlung, bin freundlich zu jedermann – warum hilft mir denn GOTT nun nicht aus dieser oder jener schwierigen Situation? Warum lässt ER Krankheit, Not und Elend zu? Warum, warum, warum???“ Vielleicht, weil ER die größere Übersicht hat als wir Menschen aus unserer Frosch-perspektive, vielleicht, weil auch ER sich “umklammert” fühlt, wenn wir ihn mit unserer so genannten Liebe zu erpressen versuchen. “Ich liebe dich doch, ich habe doch zu dir gebetet, ich singe dir im Gottesdienst mit meiner schönen Stimme die feinsten Choräle. Nun musst du aber auch machen, was ich von dir erbitte”.

Doch das alles ist, wie ich denke, keine Demut, keine bedingungslose Liebe. In einem Gebet der Benediktinermönche heißt es. “Herr, auf dich vertraue ich; in deine Hände lege ich mein Leben.” Mit diesem Glauben, diesem Vertrauen können wir wohl auch auf Jesus Zusage über die ewige Freude hoffen.

 



Familienauszeit in Thiessow.

von Pfarrer Harald Apel

Weit ist die Aussicht von hier oben. Nach Westen liegt ausgestreckt ein Spiel von ruhiger See- und sanfter Hügellandschaft und im Osten rollt das Meer von weit und gewaltig ans Ufer. Nur den Blick braucht man zu wechseln und schon ist alles ganz anders. Während die Erwachsenen sehnsuchtsvoll von hier in die Weite blicken, haben die Kinder nicht widerstehen können, sich liegend den Hügel herunterrollen zu lassen.

Es ist Samstagvormittag und eine Gruppe von Familien der Kirchen-gemeinde Zingst wandert zum Aussichtspunkt der Halbinsel Mönchsgut. Hinter den Wanderern liegt eine Woche mit dem Stress von letzten Schultagen vor den Ferien. Vor sich aber haben sie ein gemeinsames Wochenende, das etwas anders werden soll, - anders als jene üblichen zwei Tage zwischen Wochenende und -anfang. Wenn auch der Blickwechsel auf die Rollen in der Familie zum Thema erklärt ist, so scheinen zunächst Wetter und Landschaft alle Register zu ziehen, um Seele und Sehnsucht Raum und Zeit zu geben. Eltern sehen ihre Kinder frei und ausgelassen herumtollen und verlieren sich in der Zeit.

Das Haus “Ostsee” in Thiessow ist auf Familien eingerichtet. Ein großer Spielplatz mit funktionierender Wasserpumpe und das Essen zu festgelegten Zeiten geben Kindern und Eltern genügend Raum und Zeit für das oft Zurückgestellte. Die Seele darf baumeln. Schnell wird man so, was man schlechthin locker nennt. Beim Rollen und UNO-Spielen findet man neben der Entdeckung des Anderen auch manchmal sich selbst.

Als es dann Sonntagnachmittag wieder zurück geht und die Sachen verpackt werden, sind vielleicht auch ein paar neue Aussichten und Einsichten in den Alltag mit dabei.

 

Auch Predigen muss gelernt sein

von Hedwig-Dorothea Affeldt

Mein Alter Vater verlebte sein letztes Lebensjahr, er wurde 90 Jahre alt, bei mir in Prerow.

Zunächst konnte ich ihn sonntags noch zum Gottesdienst in die Prerower Kirche fahren, was ihn sehr erfreute. Aber dann war er so behindert, dass ich ihn nicht mehr ins Auto hinein und auch nicht hinaus bekam. Für ihn war das recht traurig, war er doch beruflich und privat ein echter Kirchenmann.

Um ihm eine Freude zu machen beschloss ich, für ihn ein eine kleinen Gottesdienst zu veranstalten. Die ganze Liturgie sollte es nicht sein, aber eine kurze Predigt fand ich doch notwendig. Für mich ungeübten Menschen war das ja recht schwierig und so beschäftigte ich mich mehrer Abende mit der Bibel und dem Gesangbuch.

Der Sonntag war da, ich zündete auf dem runden Esstisch um die alte Familienbibel herum Kerzen an. Vater und ich sagen zwei Gesangbuchverse, er mit seiner zittrigen, ich aber mit lauter Stimme. Nach kurzer Liturgie kam dann meine Predigt. Mir war durchaus nicht wohl dabei, aber tapfer kämpfte ich mich durch, hatte ich ja einen sehr versierten Zuhörer. Sehr glücklich war ich, als ich es geschafft hatte und beendete das Ganze mit einem kurzen Spiel auf meiner Geige. Mein Vater, der ja viel Humor hatte, nahm meine Hände, streichelte sie liebevoll, lächelte und sagte: „Du hast dir ja große Mühe gemacht, ich finde das lieb von dir, aber es ist ein Glück, dass Du nicht Theologie studiert hast!“

Nach dieser niederschmetternden Kritik lachten wir beide und ich kann beschwören, dass ich in meine weiteren Leben nie wieder eine eigenen Predigt versuchte. Und das war sicherlich für die christliche Menschheit ein Glück!

Für Vater kam Hilfe durch unsere Pastorin, die bis zu seinem Tode ihm einmal wöchentlich eine Andacht hielt und ihm eine Auszug aus ihrer sonntäglichen Predigt brachte. Daran denke ich mit herzlichem Dank!

   


Nachrichten aus der Kirchengemeinde

- Wir danken Sigrid von Wedelstädt für ihre jahrelange Mitarbeit im Gemeindekirchenrat, den sie aus gesundheitlichen Gründen verlässt. Bis zur nächsten Wahl wurde Herr Grimm in den GKR berufen. Verabschiedung und Begrüßung finden im Ostergottesdienst statt.

- Kinder der Kirchengemeinde beteiligen sich an einem Benefizkonzert für die Neueinrichtung eines Spielzimmers der Kinderkrebsstation in Greifswald. Am 9. März um 16.00 Uhr heißt es in der Boddenbühne Barth “Kinder musizieren für Kinder”. Der Eintritt beträgt 15 €. Es wäre schön wenn Sie dieses Projekt mit Ihrem Besuch unterstützen.

- Am 20. März soll nach der Beseitigung der Mängel die Abnahme der Rollstuhlrampe an der Kirche erfolgen.

- Die Bibelwoche wird in diesem Jahr vom 20. - 27.04.08 stattfinden. Bitte beachten sie die Aushänge. Ein Abend wird im Zingsthof sein.

- Nach dem Osterfest entscheidet der Gemeindekirchenrat an Hand der Außentemperaturen, ob wir in diesem Jahr wegen des sehr frühen Termins noch einige Sonntage Gottesdienst im Gemeinderaum feiern.

 

Geburtstage im März und April 2008

Irma Anders * Dora Beier * Ilse Boese

Gisela Bräutigam * Klaus Fütterer * Otto Gräff

Dr. Hiltrud Graef * Margarete Hennig * Ingelore Hückstädt

Frieda Jarling * Max von Klitzing * Ilse Koch

Herbert Kugler * Jürgen Lorenz * Walter Niche

Eva Past * Werner Petz * Joachim Pohlmann

Ellinor Pauls * Edith Rakow * Bruno Rusch

Christel Petersen * Ursula Schomann * Herta Siebenbaum

Helga Strauß * Alice Tabbert * Dr. Käte von Wedelstädt

Ingrid und Günter Zantow


Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!