Gemeindebrief für März und April 2004

 

„Alles wird gut“ - Texte des Propheten Hosea
- Bibelwoche vom 28. März bis zum 4. April 2004 -


von Harald Apel

Seit ungefähr siebzig Jahren gibt es die Bibelwoche. Jedoch in dieser schon ziemlich langen Geschichte ist man den Worten des Propheten Hosea bisher immer ausgewichen. Sperrig und schwierig nennt man seine Worte, denn es sind seine Gerichtswort, die wenig unserem Denken von einem barmherzigen Gott entsprechen. Aber sollte Gott wirklich nach dem Leitspruch irdischer Herrscher handeln: „...Und seid Ihr nicht willig, so brauch ich Gewalt!“?

Geht das überhaupt zusammen in unserem Denken: „richtende Barmherzigkeit“ oder gar „barmherzige Verurteilung“? Oft sind es die schwierigen nicht immer leichten Dinge, die zum Innehalten auffordern. Das was ich nicht so flüchtig im Vorbeigehen mitnehmen kann, ist nicht selten das, was meinen Weg neu bestimmt.

"Alles wird gut", ist die Bibelwoche 2004 überschrieben. Dies nicht leichtfertig, sondern es aus innerer tiefer Erfahrung zu sprechen, ist in dieser Zeit ein Anspruch, - eine Herausforderung. Nachdem Gott strafend und doch helfend gegenwärtig wurde, diesen Satz "Alles wird gut" sprechen zu können, das ist wie ein Bekenntnis.

Neben den Gottesdiensten am 28. März und 4. April sind sie in der dazwischen liegenden Woche jeden Abend um 19.30 Uhr (außer Samstag) zum Gespräch ins Lesecafé eingeladen. Wie jedes Jahr versuchen wir, Pastoren der Region, zu den einzelnen Themen einzuladen. Die genauen Angaben werden wir Mitte März in unseren Aushängen bekannt geben.


 



Der Glockenstuhl vor der Kirche - gezeichnet von Jürgen Koerber.


Informationen

Glockenstuhl
"Die Kirche und der Glockenstuhl bilden eine Einheit". dies ist die überwiegende Meinung zur Versetzung des Glockenstuhles. Denn nicht zuerst auf den Friedhof rufen die Glocken, sondern in die Kirche.

Gotteshaus und Gottesacker sind durch Gottes ewiges Wort verbunden. So steht es auf dem Gedenkstein des Friedhofes: „Herr lehre uns Bedenken, dass wir Sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

Und wenn künftig die Glocken zwischen Kirche und Friedhof stehen, ist das genau der Ort, an dem sich Gegenwärtiges und Zukünftiges in Trost und Hoffnung vereinen.

In der von Herrn Koerber angefertigten Skizze bekommen wir vorab ein Bild vom Standort des Glockengestühls.

Friedhof
Eine neue und dem gegenwärtigen Rechtsstand entsprechende Friedhofsordnung ist vom Gemeindekirchenrat beschlossen und kirchenaufsichtlich genehmigt worden. Sie kann zu den Sprechzeiten im Pfarrbüro eingesehen werden.


Lesecafé
Nach drei Jahren ist die vom Arbeitsamt geförderte Stelle des Lesecafé ausgelaufen. Auf diesem Wege möchten wir Frau Braun für Ihre Mitarbeit danken. Trotz dieser Veränderung werden wir das Lesecafé in den Sommermonaten weiterführen. Dies soll vornehmlich über geringfügige Beschäftigung geschehen. Interessenten für diese Arbeit gibt es schon, aber wer Lust und Ideen hat, sollte sich im Büro über die Bedingungen erkundigen und sich gegebenenfalls bis zum 15. März 2004 bewerben.

 


Licht und Schatten

von Gisela Nagel

Ein weiser spiritueller Lehrer aus dem fernen Indien, der auch lange Zeit in Amerika gelebt und gelehrt hat, schreibt: "Ein seit Jahrhunderten verdunkelter Raum kann sofort erhellt werden, wenn man das Licht einlässt, nicht aber, wenn man versucht die Dunkelheit auszutreiben."

Ich nehme an, jeder von uns hat schon dunkle Tage erlebt, Tage an denen es sogar bei Sonnenschein in unserem Herzen, unserer Seele nicht hell werden will, Tage und Nächte, in denen mit jedem Gedanken, jeder Begegnung die Dunkelheit noch zunimmt. Die Dunkelheit in uns kann so massiv werden, dass für unsere nach Licht dürstende Seele kaum noch Lebensraum vorhanden bleibt. Ja und spätestens dann müssen wir etwas gegen die Dunkelheit tun, sprich: für die Helligkeit um uns, unserer Seele, unserem Herzen, unserem Körper wieder freudiges Leben zu ermöglichen. Wir müssen das Licht einlassen, wenn wir leben wollen.

Dabei müssen wir sehr aktiv werden. Bei permanenter Passivität verbreitet sich nur die Finsternis. Ich glaube, es gibt genauso viele Anlässe für die Verbreitung von Dunkelheit wie für die Ausbreitung des Lichts. Es ist ganz einfach: Man muss sich nur entscheiden, wohin man schaut. Denken wir doch an den Rosenstrauch, an dessen Blüten ich mich erfreuen kann, oder über dessen Stacheln ich enttäuscht oder traurig sein kann. Wir wissen es alle: Jedes Ding hat mindestens zwei Seiten. Aber jeder entscheidet selbst, welche er betrachtet.

Benutzen wir doch unsere Augen, Ohren und Nasen. Sie sind hervorragende Einlasspforten für das Licht, dass unsere verdunkelten Räume erhellen kann. Schauen wir uns doch um! Trotz Frost und eisigem Wind blühen die kleinen bescheidenen Schneeglöckchen. Vielleicht klingeln sie ja sogar, wenn wir nur genau hinhören, geben uns ein leises Signal, wach zu werden, das Licht, die Freude einzulassen. Die Weidenkätzchen sitzen dick und gemütlich an ihren Zweigen und lassen sich lustvoll wiegen. Und freuen sich vielleicht schon auf die Bienen, die bald von ihrem Nektar schlürfen werden, den die Kätzchen gerne abgeben. Alle Bäume und Sträucher haben in der langen Winterruhe und in Dunkelheit und Kälte neue Kräfte für eine Fortsetzung des Lebens gesammelt. Ihre Knospen sind voller Kraft und Lebensenergie. Wir auch?

Wenn wir uns immer wieder vergegenwärtigen, dass über uns allen, dem Schneeglöckchen, Baum, Strauch, Weidenkätzchen oder Mensch ein weiser Schöpfer steht, der das gesamte Universum überschaut und der uns Menschen so liebevoll mit allem ausgestattet hat, was wir für ein erfülltes Leben brauchen, dann kann es uns doch an Licht nicht mehr mangeln.

"Der Herr, unser GOTT, sei mit uns, wie er mit unseren Vätern gewesen ist. Er verlasse uns nicht und ziehe die Hand nicht ab von uns. Er neige unser Herz zu ihm, dass wir wandeln in allen seinen Wegen"
(1. Könige; 8,57)

 

Geburtstage im März und April 2004

Irma Anders
Dora Beier
Adelheid Eggert
Otto Gräff
Margarete Henning
Horst Holm
Ingelore Hückstädt
Frieda Jarling Irene Kook
Herbert Kugler
Willy Lobsch
Erika Müller
Dietrich Pauls
Werner Petz
Hans Schüler
Walter Niche
Ursula Schomann
Emma Schumacher
Herta Siebenbaum
Alice Tabbert
Dr. Käte von Wedelstädt
Gisela Wildgrube
Günter Zantow

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!