Gemeindebrief für März und April 2002

 
Bibelwoche und Ostern

von Harald Apel

"Ich werde sein, der ich sein werde." antwortet Gott geheimnisvoll Mose auf seine Frage: Wer bist du? Jene Worte aus dem brennenden Dornbusch stehen im Eröffnungstext der diesjährigen Bibelwoche. Vieles wurde mit der Zeit von Lesern der Bibel in diese Worte gedeutet: Gott ist Zukunft. Gott ist für uns da. Gott ist nur durch sich selbst bestimmbar. Gott ist Bewegung.

Dies alles und sicher vieles mehr ist wohl wahr geworden, wo Menschen sich mit Gott auf den Weg gemacht haben. Für Israel wird JAHWE zum Wegegott zum Gott der Geschichte.

Was aber allen Deutungen und Auslegung des Namens gemein ist: dass sie die Fähigkeit des menschlichen Glaubens voraussetzen. Nur wer sich auf Gott einlässt, wird Ihn auch erfahren.

In einem Leben, in dem Gott nicht vorkommt, wird von Gott auch nichts erwartet. Aber was, so stellt sich die Frage, wartet dann auf den Menschen.

Das Volk Israel wird durch das Vertrauen in die Worte: "Ich werde sein, der ich sein werde." zum ersten Volk, dass seine Geschichte niederschreibt, dass mehr als den Wechsel der Jahreszeiten mit Aussaat und Ernte erwartet. Es wartet auf Gott. Es wartet in der ausweglosen Situation in Ägypten, am Schilfmeer und in der Wüste auf Gott. Es erwartet Recht und Gerechtigkeit und erhält die Zehn Gebote, die möglich machen, dass Menschen in Frieden und im Suchen nach Gerechtigkeit gut miteinander leben können.

Dem Auszug aus der Knechtschaft in die Freiheit ist die Bibelwoche in diesem Jahr verpflichtet. Dass diese Freiheit nicht ohne Gott sein kann, ist eine der nachdenkenswerten Botschaften für unsere Zeit. Wer wartet mit unserem Leben auf uns? Diese Frage stellt sich angesichts allen Erwachens in der Natur, angesichts der Osterzeit. Sagen wir: das alles nimmt kein gutes Ende. Danach ist doch nur der dunkle finstere Tod, oder lassen wir trotz aller Angst und Traurigkeit am Ende gelten: Er wird da sein.

Zur Bibelwoche sind Sie herzlich eingeladen. Am Sonntag, 10.3., zur Eröffnung mit einem Familiengottesdienst zu 2. Mose 3. und dem Thema: "Ihr werdet schon sehen; ich bin da." Die weiteren Termine, Themen und Theologen sind:

- Montag, den 11.3., um 17 Uhr "Gott übt Gewalt" zu 2. Mose 11 mit Pfarrer Apel.

- Dienstag, den 12.3., um 17 Uhr "Gott beunruhigt" zu 2. Mose 5 mit Pfarrer Witte aus Prerow.

- Mittwoch, den 13.3., um 19.30 Uhr "Gottes Sieg feiern" zu 2. Mose 15 mit Pfarrer Gerber aus Kenz.

- Donnerstag, den 14.3., um 19.30 Uhr "Gott ist heilig" zu 2.Mose 19 mit Pfarrer Apel.

 
 
Märzenbecher vor der Kirche kündigen den nahen Frühling an
- gespendet von Frau Giese und gepflanzt von Herrn Kunst -
 

Frühjahrsputz

von Gisela Nagel

Seit dem Tag der Wintersonnenwende kurz vor unserem Weihnachtsfest freue ich mich an den täglich etwas länger werdenden Tagen. Nun, kurz vor Ostern, ist es schon selbstverständlich, dass es doch wieder ziemlich lange hell ist; die Sonne steht also schon recht hoch am Himmel. Und wenn sie ihr helles, ersehntes Licht überall hinschickt, kommen dabei manchmal unliebsame Tatsachen in unser Blickfeld. Wir bemerken, dass wir lange Zeit gar keinen rechten Durchblick durch unsere Fenster hatten, dass sich in dunklen Winkeln hier und da Staubflocken angesammelt haben, dass es Zeit ist, die Wohnung mal gründlich durchzulüften. Und vielleicht haben wir dieses Bedürfnis nicht nur für unsere Wohnung. Ich glaube, vielen von uns geht es auch persönlich so. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen locken doch sehr viele Menschen hinaus in die Natur, hinaus in die Frische - dorthin, wo sich, wenn man ein bisschen aufmerksam um sich schaut, doch schon manch frühlingshaftes Regen zeigt. Haben Sie mal den Meisen zugehört? Da schwingen schon verliebtes Werben und die Freude auf Nestbau und Kinder mit. Die Forsythien haben schon dicke Knospen, ebenso wie viele andere Sträucher und Bäume. Wir sollten es uns bewusst machen und froh und dankbar sein, dass mit dieser wunderbaren Regelmäßigkeit, auf die wir uns, GOTT sei Dank, immer noch verlassen können, auch eine Regelmäßigkeit in unserem Leben ist.

Und zu Helligkeit und Klarheit in unseren Wohnungen gehört auch eine Helligkeit und Klarheit in unserem Denken. Und so wie wir unsere eigene Wohnung auf Staubecken untersuchen, sollten wir auch einen oder zwei Blicke in unser Herz, unsere Gefühle, unsere Seele werfen. Ist es nicht vielleicht doch möglich, dass sich hier und da, kaum bemerkt, auf jeden Fall nicht von uns selbst, Dinge angesammelt haben, die da nicht hingehören? Gibt es da nicht bestimmte Denkmuster, die uns immer wieder dasselbe tun lassen, was uns oft so gar nicht weiter führt? Sollten wir nicht auch einmal in uns selbst hinein hören? Wie viel Fröhlichkeit gibt es in unserem Herzen? Und wovon machen wir unsere Fröhlichkeit abhängig? Machen wir nicht viel zu oft andere Menschen oder bestimmte Umstände für unser Wohl und Wehe verantwortlich?

Ich glaube, das wäre so eine eingestaubte Ecke, die beim Frühjahrsputz mal unter die Lupe genommen werden könnte. Oftmals kann man ja bestimmte äußere Lebensumstände nicht gründlich ändern, aber die eigene Einstellung zu den Dingen auf jeden Fall. Schließlich hat GOTT uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern wir sind mit dem Geist der Zuversicht ausgestattet. Man muss ihn nur suchen, finden und trainieren. Und das geht mit frischer Frühjahrspower bestimmt am besten!

 

Die Gute Nachricht im Internet

von Petr Cejp

Das Internet, ursprünglich ein eher exotisches Werkzeug zur Informationsübermittlung, welches von einigen amerikanischen Universitäten in den 60-er Jahren entwickelt wurde, ist heute in aller Munde. Ob es zu recht oder zu unrecht diesen Ruhm erlangt hat, mag zweifelhaft bleiben, doch inzwischen ist aus ihm ein modernes Medium geworden, an dem niemand ganz vorbei gehen kann. Denn unabhängig davon, ob wir einen Computer zu Hause stehen haben oder nicht, wird das Leben eines jeden von uns ständig vom Internet beeinflusst: Regierungen, Verwaltungen, Banken, Geschäfte, Journalisten, Militär, ja fast alles, was uns Menschen regiert und unterhält, bedienen sich dieses Dienstes.

Die Ansichten über die Bedeutung des Internets gehen weit auseinander, und es gibt auch viele Märchen und Lügengeschichten, die darüber im Umlauf sind. Einerseits wird besorgt vor der Abhängigkeit unserer Gesellschaft von den Internetcomputern gewarnt, andererseits werden die Möglichkeiten, die das weltweite Netz bietet übertrieben gefeiert.

Die Kirche steht allem Neuen meist skeptisch gegenüber, man denke nur an die Warnungen der Kirchenleute vor den "Dammbrüchen" in der Genforschung, denn sie sehnt sich in alte Zeiten zurück, wo sie noch anerkannt und mächtig war. Aber mit etwas Verspätung nimmt sie dann die Früchte jenes ihr unheimlichen modernen Lebens doch gern in Anspruch. Und nicht anders scheint es auch mit dem Internet zu sein. Denn auch das Evangelium, die Gute Nachricht, lässt sich, wenn man es will und für sinnvoll hält, problemlos über den Nachrichtendienst Internet verbreiten. Doch sind es wohl vor allem sachliche und aktuelle Informationen, nach denen man dort vorrangig suchen wird.

Wir wollen Sie hier ermutigen, sich einmal, so Sie einen Zugang zu einem Computer mit Internetanschluss haben, die kirchlichen Angebote im sogenannten Web anzusehen. Hier einige Adressen:

1. Die Evangelische Kirche in Deutschland ist unter: www.ekd.de zu finden.
2. Und die dazugehörige gesamtdeutsche Diakonie unter: www.diakonie.de.
3. Die Landeskirchen Mecklenburgs und Pommerns unterhalten gemeinsam eine Website: www.kirche-mv.de.
4. Und um auch in unsere Gefilde zu gelangen, sei hier noch eine schön gestaltete Adresse aus der hiesigen Region genannt: www.ev-kirche-barth.de.
5. Unsere Kirchengemeinde ist seit langem im Internet vertreten, doch jetzt haben wir die alten Seiten ganz herausgenommen und bei dem Barther Internetspezialisten Herrn Rickelt von der Zingster Firma Stone eine komplett neue Präsentation in Auftrag gegeben. Sie wird gegen Ende des Monats März unter: www.ev-kirche-zingst.de erreichbar sein.

Sie verpassen sicher nichts, wenn Sie das Internet nicht kennen, aber vielleicht sind Sie einfach neugierig zu sehen, was die Kirche und die Menschheit so alles betreiben. Gemeindeglieder ohne Computer können sich das Ganze gern einmal im Pfarrhaus anschauen.

 

Geburtstage im März und April 2002

Irma Anders
Adelheid Eggert
Margarete Henning
Horst Holm
Ingelore Hückstädt
Frieda Jarling
Irene Kook
Willy Lobsch
Rudi Möller
Erika Müller
Otto Neumann
Hans Schüler
Walter Niche
Ursula Schomann
Emma Schumacher
Herta Siebenbaum
Alice Tabbert
Dr. Käte von Wedelstädt
Gisela Wildgrube

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!