Gemeindebrief für Januar und Februar 2008

 

Einsicht zur Aussicht.

von Pfarrer Harald Apell

Die letzten Tage des Jahres 2007 mit seinen Festen haben wir wie einen Berg bestiegen und nun liegt das neue Jahr mit seiner Aussicht vor uns.

Manch einer schaut hinauf zu den nächsten Gipfeln und ein anderer sieht ein tiefes und finsteres Tal vor sich liegen. Den einen drängt es ungestüm weiter und der andere sehnt sich einfach nur danach, einmal verweilen zu können. Doch es sind nicht nur unsere Aussichten, die die Zukunft bestimmen. Ja, manchmal werden sie sogar widerlegt und es kommt ganz anders, als wir es vorausgesehen haben. Es muss nicht immer zu unserem Nachteil sein, wenn es anders kommt, als wir gedacht haben. Manchmal fällt unerwartet auch ein Lichtstrahl ins finstere Tal. So sind unsere Aussichten selbst bei klarer Sicht nicht immer das, was uns in Wirklichkeit erwartet. All unser Vorausberechnen und auch unsere Weisheiten wie: “Ohne Fleiß kein Preis” oder “ Wie man sich bettet, so liegt man” sind niemals der alleinige Grund für das, was dann später auch geschieht. Sicher ist man in dieser eiligen Zeit bestrebt, immer schon heute zu wissen, was morgen sein wird. Schließlich macht so ein Wissensvorsprung fast immer reich, wenn auch nicht immer klug. Doch letztlich ist es stets das Überraschende an der Zukunft, das uns bewegt und wirklich neu ist.

Alle, die es wagen Prognosen abzugeben, sind mindestens zur Hälfte ihrer Studien damit beschäftigt zu erklären, warum ihre Voraussagen eben nicht eingetroffen sind. Ein sehr augenscheinlicher Beweis dafür ist die Börse. Da, wo es ja um das scheinbar wichtigste in dieser Zeit geht, um das “große Geld”, da rechnet man und prognostiziert und analysiert. Eine Armada von Propheten steht bereit zu sagen, wohin das “große Geld” fließen soll. Und nicht selten geschieht es dann, dass es sich irgendwo im Sand verläuft und dass dies keiner so voraussehen konnte. Oft passiert es uns, dass es eigentlich das Unvorhergesehene war, was uns wirklich herausgefordert und uns in einem anderen Sinne reicher gemacht hat.

Wenn wir also ein Land von Morgen vor uns sehen, dann können wir allenfalls eine Landschaft vor uns sehen, aber was und wer uns auf dem Weg in diese Landschaft begegnen wird, das bleibt ungewiss. Vielleicht ist das ein guter Vorsatz für das nächste Jahr, dass wir dem Ungewissen und dem Unbekannten ein bisschen freundlicher begegnen. Ohne Geheimnis ohne Überraschung, ohne Wagnis wäre die Zukunft doch eine ziemlich langweilige Wiederholung der Vergangenheit. Also egal ob ein Schilfmeer, eine Wüste oder ein großer Berg im kommenden Jahr zu überwinden ist, zu unseren begrenzten Aussichten kommt die von Generation zu Generation weiter gegebene Einsicht, dass Gott uns vorangeht und dass für gestern, heute und morgen durch seinen Sohn zu uns gesagt ist:

“... und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.”

  



„Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“
Radierung von Rembrandt Harmenszoon van Rijn
Lesen Sie den folgenden Artikel von Hedwig-Dorothea Affeldt über die Gnade
 

Die Gnade

von Hedwig-Dorothea Affeldt

Wenn während meiner Kindheit jemand zu meiner Mutter „Gnädige Frau“ sagte, wurde sie sofort ärgerlich: „Ich bin keinesfalls gnädig, wirklich gnädig ist nur Gott!“

Im deutschen Sprachgebrauch kommt in allen Jahrhunderten das Wort Gnade vor und es ist erstaunlich, wie viel in unserem modernen Internet darüber zu erfahren ist.

Gnade ist demnach willkürlich und das Gegenteil vom juristischen Recht. Ein Verbrecher macht ein Gnadengesuch, es kann ihm gnädig gewährt werden, ein autoritärer Herrscher kann gnädig zu seinen Untergebenen sein ( z. B.: „Er hat mich gnädig empfangen.“) und er kann Gnade vor Recht ergehen lassen (Internet).

Uns heutigen Christen sollte die Gnade Gottes wichtig sein, wir erfahren sie täglich, aber werten wir sie auch?

In der Bibel, im 103. Psalm lesen wir neben Gottes Lob viel von Gottes Gnade: „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte!“ In Vers 17 heißt es: „Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit bei denen, die sein Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun!“

Das Wort Gnade ist verwandt (laut Internet) mit dem germanischen Wort „Neth“ - „um Hilfe bitten“, sowie dem mittelhochdeutschen Wort „Genade“.

Durch Christus wird der jüdische Glaube, der bei Nichteinhaltung der Gebote vorwiegend von dem strafenden Gott ausgeht, zu einem Gott der Liebe und Gnade. In Gottes Auftrag festigt Christus die Verbindung Gott - Mensch. Gott sieht unser Bemühen, er weiß, dass wir ohne seine Gnade und Vergebung nicht vor ihm bestehen können. Dies wird angeboten, aber nicht aufgezwungen und muss von uns erbeten werden.

In der katholischen Kirche können die Priester als Stellvertreter Gottes die Sünden vergeben, in der evangelischen Kirche geschieht dies durch Christi Vermittlung von Gott selbst, durch seine Gnade. Wenn wir diese im Gebet spüren, werden wir von Gott geführt durch unser Leben. Ein Vers eines Gedichtes, das ich neulich hörte (Dichter unbekannt) kann uns helfen:

Das ist Gnade!

   


Nachrichten aus der Kirchengemeinde

- Durch eine großzügige Spende der Kommune wurde es möglich, die Sanierung des Tores zum Kirchgelände in Auftrag zu geben.

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Vom 1.-3. Februar werden wir wieder mit Müttern, Kindern und in diesem Jahr erstmals auch mit Vätern ein gemeinsames Wochenende im Haus “Ostsee” in Thiessow auf Rügen verbringen.

- Für dieses Jahr plant die Kirchengemeinde die Außensanierung der Kirche abzuschließen. Letztlich geht es dabei um das Mauerwerk an der Ostseite und den Dachanschluss zum Giebel im Nordosten.

- Es ist diesen Sommer ein Ferienlager für Christenlehrekinder geplant. Wenn es klappt wollen wir eine Woche in der Ferien nach Glowe fahren.

- Leider hat es bei der Fertigstellung der Rollstuhlauffahrt erhebli-che Mängel gegeben. Architekt und Baufirmen sind angewiesen, diese bis zum Frühjahr 2008 zu beseitigen.

- Für Jugendliche im Alter von 13 -16 Jahren besteht die Möglichkeit, vom 20 - 27. April 2008 an einem Workshop für Jiddische Musik in Blankenburg im Harz teilzunehmen. Die Kosten sind 175€.

- Im Herbst diesen Jahres planen wir mit unseren Partnern in Köln wieder ein Bonhoefferseminar. Wahrscheinlich geht es in das Bonhoefferhaus in Stettin. Genauere Informationen kommen nach der gemeinsamen Absprache.

 

Geburtstage im Januar und Februar 2008

Rudi Bladt Elsbeth * Braun Lisa Dietzsch

Ingeborg Ehrenreich * Hermann Ennen * Gerd Fütterer

Waltraud Goerke * Günter Matthes * Kurt Jakob

Loni Kuse * Helga Otholt * Günter Petz

Peter Rudnick * Eryka Sakowski * Anneliese Schielke

Anna Siewert * Erna Stolpa * Waltraud Strehlow

Elsbeth Schacht * Gertrud Troelenberg * Dr. Brigitte Wendt

Wir wünschen Gottes Segen für das neue Lebensjahr!